Gen-Mais: Verunreinigte Vielfalt in Mexiko

Mexiko ist die Wiege des Maisanbaus und das Land mit der größten Vielfalt an Mais-Sorten. Obwohl der Anbau von Gen-Mais dort seit 1998 verboten ist, haben Wissenschaftler dort Erbgut von gentechnisch veränderten Maissorten gefunden.
Das Team um die Molekularbiologin Elena Alvarez-Buylla von der Universität von Mexiko-Stadt untersuchte fast 2000 Proben aus der Region Sierra Juarez. Etwa ein Prozent davon enthielt Erbgut-Sequenzen, die nur in gentechnisch veränderten Maissorten vorkommen.
Dass die fremden Gene aus den USA nach Mexiko geflogen sind, ist unwahrscheinlich, da Maispollen schwer sind und nur 24 Stunden lang fruchtbar. Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin bei Greenpeace, vermutet, dass die Verunreinigungen aus Gen-Mais stammen, der in mexikanischen Supermärkten als Nahrungsmittel verkauft wird. Denn während der Anbau verboten ist, hat Mexiko den Import genmanipulierter Maissorten erlaubt. Das Land führt jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen davon aus den USA ein. Eine weitere Erklärung wäre, dass Bauern in Mexiko den aus den USA stammenden Gen-Mais illegal anbauen und es dadurch zu Verunreinigungen anderer Maissorten kommt.
Bereits 2001 hatten zwei amerikanische Forscher Maisproben aus Mexiko untersucht und fanden darin Erbgut von Gen-Mais, wie er auf Millionen Hektar in den USA angebaut wird. Die damals in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie wurde von der Gentechnik-Lobby massiv unter Beschuss genommen. Die neuen Funde werden die alte Debatte wieder anheizen, schreibt Nature.