Gentechnikfreie Kampagne: Molkerei Campina startet TV-Spots

Mit einer groß angelegten Kampagne startet die Großmolkerei Campina die Werbung für ihre gentechnikfreie Landliebe-Milch. Bereits seit Oktober 2008 verkauft das Unternehmen Frisch- und H-Milch mit dem Stempel „Ohne Gentechnik“. Jetzt sollen Werbespots in reichweitenstarken TV-Sendern die Produkte bekannter machen.
Dabei wirbt Campina nicht nur mit gentechnikfreiem Futter. Das Konzept heißt „traditionelle Fütterung“. Es beinhaltet, dass die Tiere nur noch Futterpflanzen erhalten, die in Deutschland heimisch sind oder aus den angrenzenden Nachbarländern stammen. Neben dem selbst angebauten Raufutter werden Lupinen, Raps, Ackerbohnen, Erbsen und Getreide verfüttert. „Futterkomponenten aus Übersee sind dagegen ausgeschlossen“, versichert Campina.
Der Werbespot und die Kampagnenseite vermitteln das Bild einer traditionellen artgerechten Tierhaltung. Im Film wird ein eher extensiv wirtschaftender Betrieb vorgestellt. In der Presseinfo heißt es, die Betriebe hätten meist zwischen 40 und 60 Kühe. „Diese werden in artgerechten hellen Boxen-Laufställen gehalten. Andere Stallhaltungsformen sind nur in Kombination mit Weidegang zulässig.“ Eigene Mitarbeiter und externe Kontrolleure sollen sicherstellen, dass die Vorgaben des Konzepts eingehalten werden.
Für den Werbespot standen Landliebe-Bäuerinnen und -Bauern vor der Kamera. Die Marke Landliebe stehe für Regionalität und Authentizität, zitierte die Marketing-Zeitschrift Horizonte Michael Feller, den Chef von Campina in Deutschland. „Wer anders als unsere Milcherzeuger könnte den Verbraucher besser von der Nachhaltigkeit dieser traditionellen Fütterung überzeugen?“ Gentechnik-Kritiker Benny Härlin schreibt in seinem Blog über den Spot: „Soviel Idylle stellt selbst Krombacher-gestählte Nerven auf eine harte Probe für die gute Sache: ‚Das tut nicht nur unseren Kühen gut, sondern auch Ihnen’. Hoffentlich auch den Bauern und ihrem Milchpreis – einen Cent zusätzlich pro Liter bekommen sie nach Angaben von Campina für die traditionelle Fütterung und ihren erhöhten Aufwand.“