EU-Kommission erlaubt noch mehr Gen-Raps

Die EU-Kommission hat die Einfuhr von gentechnisch verändertem T45-Raps und dessen Verarbeitung zu Lebens- und Futtermitteln genehmigt. Der von Bayer CropScience entwickelte herbizidresistente T45-Raps ist gegen das Bayer-eigene Herbizid Liberty mit dem Wirkstoff Glufosinat resistent. Er wird seit etwa zehn Jahren großflächig in Kanada angebaut.

Mit dem Beschluss erleichtert die Kommission die Einfuhr von kanadischem Raps nach Deutschland. Bisher konnten bereits die Sorten GT73 von Monsanto und MS8*RF3 von Bayer eingeführt werden. Doch die Lieferungen durften keinen T45-Raps als Verunreinigung enthalten. Wie bei allen Zulassungsverfahren für Gentech-Produkte endete auch bei T45-Raps die Abstimmung im Umweltministerrat ohne die erforderliche qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten. Deshalb konnte die EU-Kommission unter Berufung auf ein (wie immer) positives Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde EFSA den Gen-Raps im Alleingang zulassen.

Problematisch sind die jetzt drei Raps-Zulassungen, weil die Ölsaat in Form vermehrungsfähiger Samen eingeführt werden darf. In Japan konnte bereits gezeigt werden, dass in den Häfen und entlang der Transportrouten zu den Ölmühlen Saatgut entkam und Gen-Raps aufwuchs. Österreich hat mit dieser Begründung die Einfuhr von GT73 und MS8*RF3 verboten. Es ist anzunehmen, dass der Alpenstaat auch T45-Raps in Kürze aussperren wird.