Gen-Baumwolle beeinträchtigt das Bodenleben

Der Anbau der gentechnisch manipulierten BT-Baumwolle dezimiert Boden-Bakterien und verringert dadurch die Fruchtbarkeit der Böden. Darauf weist eine Studie der indischen Organisation Navdanya hin. Deren Gründerin ist die bekannte Gentechnik-Kritikerin Vandana Shiva.
Wissenschaftler hatten im Auftrag von Navdanya in der westindischen Baumwollregion Vidharbha Bodenproben von 25 Feldern genommen, auf denen in den letzten drei Jahren BT-Baumwolle angebaut wurde. Als Vergleich dienten Bodenproben von Feldern in der Nachbarschaft, auf denen gentechnikfreie Baumwolle oder andere Feldfrüchte angebaut worden waren.
Der Vergleich ergab, dass die organische Masse im Boden der Gentech-Feldern im Schnitt um 8,9 Prozent niedriger lag. Dort lebten 14 Prozent weniger Bakterien insgesamt und 17 Prozent weniger Aktinomyzeten-Bakterien. Diese sind wesentlich für den Abbau von Cellulose im Boden. Zudem bilden sie Stoffe, die schädliche Pilze und Bakterien im Boden unterdrücken. Noch stärker, bis über ein Viertel, hatte in der Studie die Konzentration einiger von den Mikroorganismen gebildeten Enzyme im Boden abgenommen. Diese haben insbesondere die Aufgabe, organisch gebundenen Phosphor für Pflanzen verfügbar zu machen sowie Luftstickstoff im Boden zu binden.
Nach Ansicht von Navdanya zeigen die Resultate deutlich, dass der Anbau von Bt-Baumwolle die biologische Gesundheit der Böden beeinträchtigt und deren Fruchtbarkeit bedroht.: Navdanya befürchtet deshalb langfristig „massive Wüstenbildung und Verlust von ackerfähigem Land in einer Zeit, in der Ernährungssicherheit immer entscheidender wird.“