Studie zur Grünen Gentechnik: Mehr Schaden als Nutzen

Gentechnik kostet mehr als sie volkswirtschaftlich bringt. Das ist das Fazit des Schadensberichts Gentechnik, den der Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) vorgelegt hat. In dem Bericht haben die Autoren Christoph Then und Antje Lorch Nutzen, Kosten und Schäden der Agro-Gentechnik auf nationaler und internationaler Ebene einander gegenübergestellt.

Klare Gewinner des Einsatzes von genmanipulierten Saaten sind nach Ansicht der Autoren lediglich eine Handvoll Konzerne, allen voran Monsanto, die sich mit Patenten auf Saatgut hohe Gewinne sichern. Der Markt für genmanipuliertes Saatgut lag 2008 nach verschiedenen Schätzungen zwischen 3,8 und 6 Milliarden US-Dollar. Der US-Konzern Monsanto machte im seinem Geschäftsjahr 2007/2009 bei 11,4 Milliarden Dollar Umsatz einen Gewinn von zwei Milliarden Dollar. Ein Großteil davon entfiel auf Gensaaten und das dazu passende Herbizid RoundUp.
Für die Landwirte rechnet sich der Anbau der Gen-Saaten höchstens kurzfristig. „Verschiedene Studien zur Wirtschaftlichkeit des Anbaus zeigen, dass Landwirte nur in Ausnahmefällen unter eng begrenzten Bedingungen die Mehrkosten für das gentechnische Saatgut wieder einspielen können. Das gilt auch für Deutschland und auch nur dann, wenn die Koexistenzaufwendungen auf andere abgewälzt werden,“ erläuterte Christoph Then beid er Vorstellung des Schadensberichtes und ergänzte: „Bei Gen-Saaten steigen die Saatgutpreise weitaus schneller als bei herkömmlichen Kulturen, ohne dass sich der Ertrag entsprechend steigert.“
Insgesamt verursacht der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen extrem hohe Kosten in der gesamten Lebensmittelkette. Sie entstehen durch die erforderliche Maßnahmen zur Vermeidung drohender Resistenzen, der Trennung der Warenströme und Analysen. Für den Bericht wurden erstmals zehn deutsche mittelständische Unternehmen aus verschiedenen Produktionsstufen und Bereichen der Lebensmittelwirtschaft nach konkreten Mehrkosten für ihre gentechnikfreie Produktion befragt. Ein Wurstwarenhersteller bezifferte die Mehrkosten für die Fütterung der Schweine auf 360.000 Euro im Jahr. Ein Hersteller von Babykost kam auf insgesamt 900.000 Euro jährliche Mehrkosten. Zu diesen Summen kommen noch Schäden in Höhe von einigen Milliarden US Dollar, die bei Mais und Reis durch Kontaminationen mit nicht zugelassenen Gen-Konstrukten verursacht wurden.
Das Fazit des Berichts: „Kurzfristige Gewinne gehen auf Kosten der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit, der Wahlfreiheit und zum Teil auch der Sicherheit von Mensch und Umwelt. Derartige Rahmenbedingungen erscheinen nicht akzeptabel – unabhängig davon in welcher Region der Welt der Anbau der gentechnisch veränderten Saaten erfolgt.“