Polen: Hungerstreik gegen Gen-Mais

In Polen protestieren zwei Bio-Bäuerinnen mit einem Hungerstreik gegen den illegalen Anbau von Gen-Mais. Nach inoffiziellen Angaben wird in Polen trotz eines Anbau-Verbots auf rund 3000 Hektar der Gen-Mais MON 810 angebaut. Auch Gentechnik-Raps soll illegal ausgesät worden sein. Der Regierung werfen die beiden Bio-Bäuerinnen Nichtstun vor.
Vor zwei Wochen sind Edyta Jaroszewska und Danute Pilarska, beide Vorsitzende von polnischen Bio-Anbauverbänden, deshalb in den Hungerstreik getreten. Ihr Ziel: Polen muss gentechnikfrei bleiben. Mittlerweile haben sich Ihnen zwei weitere Aktivistinnen angeschlossen. Ein Treffen mit dem Agrar-Ausschuss der Regierung in Warschau fiel nach Ansicht von Edyta Jaroszewska negativ aus: „In der polnischen Regierung gibt es keinerlei politischen Willen, Unternehmen vom illegalen Anbau des Gentechnik-Maises MON 810 abzuhalten und dafür zu sorgen, dass Polen gentechikfrei bleibt.“ Sie geht davon aus, dass daher dieses Jahr illegal Gentechnik-Pflanzen weit verbreitet angebaut werden. Die Aktivistinnen wollen deswegen ihre Aktion so lang es geht fortsetzen und für ihre Forderungen kämpfen:
1. Das Verbot aller gentechnisch veränderten Pflanzen endgültig durchsetzen und – besonders dringend – den MON 810 verbieten.
2. Die Einführung der Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmittel sowie Gentech-Lebensmittel vom Markt zu nehmen.
3. Ein Verbot von gentechnisch veränderten Futtermitteln.
4. Die Unterstützung der traditionellen und der ökologischen Landwirtschaft mit Steuergeldern.

Unterstützen kann man die beiden Bäuerinnen durch Briefe an den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk.