Feldbesetzungen: Der Widerstand geht weiter

Zwar ist der kommerzielle Anbau von MON 810 nun verboten. Doch auf zahlreichen Versuchsflächen in ganz Deutschland sollen auch dieses Jahr genmanipulierte Pflanzen wachsen. Darauf haben in den letzten Wochen mehrere Feldbesetzungen aufmerksam gemacht.

Braunschweig: Am frühen Morgen des 24. April haben Aktivisten einen Acker auf dem Gelände der ehemaligen Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft im Westen Braunschweigs besetzt. Dort plant das Julius-Kühn-Institut des Bundes Versuche mit dem Gen-Mais MON 810 und einer anderen Mais-Sorte, die offiziell als Sicherheitsforschung bezeichnet werden. Bei Redaktionsschluss dauerte die Besetzung noch an.

Dreileben: Die Saatgutfirma KWS will in dem Dorf in Sachsen-Anhalt genmanipulierte Zuckerrüben anbauen. Mitte April bauten Feldbesetzer über Nacht einen dreibeinigen Holzturm (Tripod) auf und richtete sich in dessen Spitze ein. Andere ketteten sich an Betonfässer am Boden. Die Polizei war den ganzen Tag damit beschäftigt, die Besetzer abzuräumen. Drei Tage später demonstrierten über 200 Bürger und Bauern vor dem Firmensitz im niedersächsischen Einbeck.

Lüsewitz bei Rostock: Anfang April besetzten Gentechnik-Aktivisten mit Tripod, Betonfässern und Zelten ein Feld des dortigen AgroBiotechnikums. Derzeit läuft auf dem Gelände ein Überwinterungsversuch von Kartoffeln, zwei weitere Kartoffelversuche sind für dieses Frühjahr geplant. Auch gentechnisch veränderter Weizen, Gerste, Zuckerrüben und Petunien sollen ausgebracht werden. Die Aktion wurde von der Polizei nach einem Tag beendet. Die Aktivisten setzten ihren Protest über Ostern mit einer Mahnwache am Feldrand fort.

Üplingen: Schon Mitte März hatten Aktivisten den Gentechnik-Schaugarten der Bio Tech Farm in Üplingen bei Magdeburg besetzt. Dort sollen in diesem Jahr unter anderem Pharma-Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben und Weizen angebaut werden. Die Protestler kaperten einen fahrbaren Holzturm, der der Überwachung des Feldes diente, rollten diesen auf den Acker und ketteten sich am Dach fest. Zudem pflanzten sie auf dem für Pharma-Knollen vorgesehenen Feld Bio-Kartoffeln. Die Aktion wurde von der Polizei noch am gleichen Tag beendet.