Anbau-Moratorium für ganz Europa

Auf ihrer Konferenz „Food and Democracy“ forderten die gentechnikfreien Regionen in Europa ein EU-weites Moratorium für die Zulassung und den kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO). In ihrer Abschlusserklärung forderten sie die Agro-Gentechnik-Konzerne auf, das Hungerproblem nicht länger zu missbrauchen, um die Einführung von GVO zu rechtfertigen.

In Europa gibt es derzeit 196 Regionen, 93 Provinzen und 4567 Kommunen, die ihr Territorium öffentlich zu gentechnikfreien Zonen erklärt haben. In Deutschland sind es 188 Initiativen, die zusammen eine Anbaufläche von über einer Million Hektar umfassen. Jedes Jahr treffen sich die gentechnikfreien Regionen Europas zu einer Konferenz, dieses Mal am letzten Aprilwochenende in Luzern. Unter dem Motto „Food and Democracy“ diskutierten sie das Recht und die Möglichkeiten der Bevölkerung, selbst die Qualität der Lebensmittel zu bestimmen, die auf ihren Teller kommen und in ihrer Region angebaut werden.
Nachdem sechs EU-Mitgliedstaaten den Anbau von MON810 verboten haben und die Zahl der gentechnikfreier Regionen in ganz Europa rasant zunehme, sei der Augenblick für ein Moratorium so günstig wie noch nie, heißt es in der Abschlusserklärung. Die Zeit solle genutzt werden,
„• um die EU-Gesetzgebung zu überdenken und die regionale Selbstbestimmung zu
stärken.
• um die Risikobeurteilung im Sinne des Vorsorgeprinzips neu festzulegen. Dabei
sind auch sozio-ökonomische Auswirkungen einzubeziehen.
• um eine gentechnikfreie und vielfältige Landwirtschaft zu fördern und die
Ernährungssouveränität sicher zu stellen.“