Brasilien: Gen-Sojaanbau verletzt Menschenrechte

Die brasilianische Bauernorganisation Via Campesina Brazil hat vor dem Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen einen Bericht über die Auswirkungen des Gensoja-Anbaus in Brasilien vorgelegt. Nach Ansicht der Organisation verletzt der Anbau massiv die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte von brasilianischen Kleinbauern. Via Campesina hofft, dass der UN-Ausschuss die Folgen der grünen Gentechnik in seinen Bericht über die Lage der Menschenrechte in Brasilien mit aufnimmt und sie entsprechend verurteilt.

Zusammen mit Christiane Lüst von der Aktion GEN-Klage hatte der brasilianische Agrarexperte Antonio Andrioli, als Sprecher für Via Campesina Brazil, den Bericht Anfang Mai dem UN- Menschenrechtsausschuss in Genf vorgetragen: “Entwaldung, Zunahme des Pestizideinsatzes, Zerstörung der Lebensgrundlagen von indigenen Völkern und Kleinbauern, Landkonzentration, Sklavenarbeit, Landflucht und Zunahme der Armut auf dem Land sind Auswirkungen, die eine andere Seite der Sojamonokultur deutlich machen. Die Flächen für den Eigenanbau werden reduziert. Urwald wird in großen Mengen abgeholzt, um neue Anbauflächen zu gewinnen. Urwaldbewohner und Kleinbauern werden von Guerillas der Großgrundbesitzer oft mit Gewalt von ihrem Grund vertrieben oder ermordet, um weitere Anbauflächen für sich zu gewinnen”, berichtete Andrioli dem Ausschuss.

Ausführlich ging er auch auf die Folgen des intensiven Einsatzes des Monsanto-Pestizids Round Up ein, das meist mit Flugzeugen versprüht wird. Dadurch würden nicht nur die Felder benachbarter Kleinbauern zerstört: “Ihre Hühner waren gestorben und andere Tiere vor allem Pferde erlitten Schaden. Bei den Menschen führten die gesprühten Unkrautvernichtungsmittel zu schwerer Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Hautverletzungen. Aus Berichten geht hervor, dass Tiere in der Nähe von GVO-Sojabohnenfeldern mit Missbildungen geboren wurden. Man hörte von missgebildeten Bananen und Süßkartoffeln, von Seen, die plötzlich voller toter Fische waren. Bauernfamilien berichteten, nach dem Besprühen der nahe gelegenen Sojafelder bei ihren Kindern plötzlich seltsame Flecken auf dem Körper entdeckt zu haben. Auch ein Eigenanbau von Gemüse usw. ist in der Nähe von Gensojaflächen für die Bauern nicht mehr möglich, Haus- und Nutztiere sind gefährdet. Dazu kommt die Vergiftung der Wasserquellen.“

In ihrem Bericht fordert Via Campesina die brasilianische Regierung auf, die Gentechnik in der Landwirtschaft in Brasilien gesetzlich zu verbieten. Zudem solle sie den Zugang zu traditionellem Saatgut sicherstellen und den Landbesitz der Kleinbauern und indianischen Ureinwohner sichern.