Mais-Saatgut verunreinigt

Bei der Maisaussaat in Deutschland ist in mehreren Fällen gentechnisch verunreinigtes Saatgut auf den Acker gekommen. Entdeckt wurden die Fälle durch das bundesweite GVO-Saatgut-Monitoring. Doch das zieht nur Stichproben. Die Dunkelziffer dürfte höher sein.

Sächsische Behörden hatten in einer Charge von konventionellem Maissaatgut geringe Spuren der gentechnisch veränderten Maislinie NK 603 entdeckt. Die Gehalte lagen unterhalb der Bestimmungsgrenze von 0,1 Prozent und über der Nachweisgrenze von 0,03 Prozent. NK 603 ist für den Anbau in der EU nicht zugelassen. Der verunreinigte Mais wurde ausschließlich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ausgesät. Betroffen waren 20 Landwirte und 270 Hektar Fläche.

Die dortigen Behörden empfahlen betroffenen Landwirten, die bereits gekeimten Maispflanzen umzubrechen und eine Neuaussaat vorzunehmen. Von den Behörden wird jedoch auch akzeptiert, wenn die Mauspflanzen in einer Biogasanlage verwertet werden. In diesem Fall müssten die betroffenen Landwirte die Bewirtschafter benachbarter Maisflächen in einem Umkreis von 300 Metern über die Situation informieren. Falls der Aufwuchs der benachbarten Flächen nicht im Betrieb oder in einer Biogasanlage verwertet wird, muss die Ernte außerdem auf Spuren von GVO untersucht werden. Umweltverbände kritisierten die Erlaubnis, den Mais auch in Biogasanlagen zu verwerten, weil dadurch die Genmais-Pollen ausfliegen und Nachbarfelder sowie Bienenstöcke verunreinigen können.

In Hessen entdeckten die Behörden Saatgut, dass gleich mit vier verschiedene Gen-Maislinien verunreinigt war. Ausgebracht hatte es ein hessischer Bauer auf vier Hektar. Von der betroffenen Charge dürfte allerdings deutlich mehr in den Handel gelangt sein.

Die amtlichen Behörden können nur mit Stichproben arbeiten. Baden-Württemberg analysierte in diesem Jahr 99 Proben von Maissaatgut, davon waren fünf leicht verunreinigt. In Sachsen war eine von 33 Proben verunreinigt. Das lässt darauf schließen, dass durch zwei bis fünf Prozent des Maissaatgutes verunreinigt sein können, meist in Spuren von weniger als 0,1 Prozent. Tätig werden die Behörden nur, wenn die Verunreinigung von einer Sorte stammt, die nicht für den Anbau zugelassen ist. Verunreinigungen mit dem Gen-Mais MON 810 bis zu 0,1 Prozent wurden (bis zu dessen Verbot) durchgewunken.

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