Monsanto will wieder Weizen manipulieren

Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat angekündigt, das er sich wieder mit gentechnisch verändertem Weizen befassen will. 2004 hatte der Konzern seine damaligen Genweizen-Forschungen eingestellt. Jetzt hat er sich mit der Firma WestBred das nötige Knowhow in Sachen Weizen-Erbgut eingekauft.

In seiner Mitteilung schreibt der Konzern, er wolle die bei anderen Gen-Pflanzen übliche RoundUp-Resistenz nicht in Weizen einbauen. Ziel sei es, Weizen zu entwickeln, der widerstandsfähig gegen Trockenheit sei, Stickstoff gut ausnützen könne und höhere Erträge liefere. Den Kaufpreis von 45 Millionen US-Dollar sieht Monsanto als langfristige Investition. Man erwarte, dass dieser Geschäftszweig erst Mitte bis Ende der nächsten Dekade Gewinn bringe.

Im Mai 2004 hatte Monsanto seine Entwicklungsarbeiten mit Genweizen eingestellt. Der Konzern begründete dies damals damit, dass die geschäftlichen Möglichkeiten im Vergleich zu anderen Gen-Pflanzen weniger attraktiv seien. Voraus gegangen waren der Entscheidung massive Proteste von Bauern-, Verbraucher- und Umweltorganisationen, vor allem in Kanada und den USA.

An diesem Widerstand hat sich nichts geändert. Anfang Juni hatten Bauernverbände, Umwelt- und Verbrauchergruppen aus Australien, Kanada und den USA ein gemeinsames Statement gegen Genweizen veröffentlicht. Laut einer Umfrage des kanadischen Weizen Board unter 1300 Farmern sprachen sich nur 9 Prozent für den Anbau von Genweizen aus, 19 Prozent waren strikt dagegen. Die große Mehrheit lehnte Genweizen ab, weil es weltweit keine Nachfrage dafür gebe.

An Genweizen geforscht wurde in den letzten Jahren auch ohne Monsanto –in Deutschland und in der Schweiz. Dort starteten erstmals 2004 Anbauversuche mit einem genmanipulierten pilzresistenten Weizen. Der Anbau im sachsen-anhaltinischen Gatersleben wurde im vergangenen Jahr durch Feldbefreier öffentlich zerstört. Sie stehen jetzt vor Gericht. Ihnen drohen 100.000 Euro Schadensersatz.