RoundUp gehört verboten

Der französische Toxikologe Gilles Eric Séralini hat gefordert, das Monsanto-Pestizid RoundUp zu verbieten. Der Professor an der Universität Caen erforscht seit Jahren die Wirkungen des angeblich ungefährlichen Herbizids. Er fand heraus, dass es bereits in geringen Mengen wie sie regelmäßig als Rückstände in Lebensmitteln oder Tierfutter vorkommen, extrem gefährlich ist.

Bereits im Januar 2009 hatte Séralini eine Studie veröffentlicht, bei der vier verschiedene RoundUp-Formulierungen in 100.000-facher Verdünnung mit drei menschlichen Zelltypen in Kontakt brachte. Innerhalb von 24 Stunden waren alle Zellen abgetötet. In einer Mitte Juni 2009 publizierten Arbeit wies der Toxikologe nach, dass RoundUp bereits in minimalen Dosen, weit unter den zugelassenen Grenzwerten, sowohl auf die Produktion männlicher als auch weiblicher Hormone (Androgene und Östrogene) einwirkt und die DNA schädigt. Verantwortlich für diese Wirkung ist nach Ansicht von Séralini nicht allein der RoundUp Wirkstoff Glyphosat sondern auch dessen weitaus giftigeren Abbauprodukte und Zusatzstoffe wie das Netzmittel Tallowamin. Sie „verändern die Durchlässigkeit der menschlichen Zellen und verstärken die Giftigkeit“, sagte Séralini der taz.

Aus diesem Grund hat das Bundeslandwirtschaftsministerium bereits im September 2008 die Hersteller Glyphosathaltiger Pestizide gebeten, auf Tallowamin binnen zwei Jahren zu verzichten. Monsanto hat dies abgelehnt. „Der Bitte den kritischen Beistoff zu ersetzen, will Monsanto nicht nachkommen. „Wir sind dazu aufgefordert worden, haben dazu Stellung genommen, Einspruch erhoben, und haben dargelegt, dass es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse bisher gibt, die einen Austausch des Beistoffes rechtfertigen würden“, sagte Andreas Thierfelder, Sprecher von Monsanto Deutschland dem Sender RBB.

Die Bundestagsfraktion der Grünen forderte, das Monsanto-Pestizid sofort vom Markt zu nehmen. Zudem müssten die Bundesregierung und die Europäische Kommission die Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Produkte überarbeiten. Bei der Risikoprüfung müssten die bei gentechnisch veränderten Pflanzen eingesetzten Unkrautvernichtungsmittel einbezogen werden.