Gentechnikversuchsland Indien

Die indische Regierung hat Pläne bestätigt, wonach Feldversuche mit 170 gentechnisch veränderten Sorten aus insgesamt 41 Pflanzenarten vorgesehen sind. Das meldete Greenpeace Indien. Angebaut werden sollen auch 25 Sorten Gen-Reis. Eine davon baut der deutsche Bayer-Konzern an. Unter Polizeischutz.

Greenpeace-Aktivisten und andere Umweltschützer hatten das Versuchsfeld in der Nähe der indischen Stadt Hyderabad gestürmt und es mit Vogelscheuchen und Transparenten gekennzeichnet. Alarmiert von Bayer ging die Polizei gegen die Demonstranten vor und verhaftete 35 Menschen, darunter auch Medienvertreter sowie die bekannte Schauspielerin Amala Akkineni, berichtete die Zeitung Ecologist. Die Betroffenen erwartet eine Anklage wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Nötigung. Greenpeace hielt Bayer eine Erklärung von 2004 vor. Darin habe der Konzern zugesichert, auf Genreis-Anbauversuche in Indien zu verzichten. Greenpeace wies auf die Verunreinigungen durch Bayer-Genreis 2007 in den USA hin und warnte davor, dass Indien als größter Reisexporteur durch solche Anbauversuche extrem gefährdet sei.

Monsantos indische Tochter Mahyco baut im Bundesstaat Jharkhand Gen-Reis an. Die Organisation Gene Campaign hat dem Konzern vorgeworfen, dass sein Bt-Reis bereits den gentechnikfreien Reis in der Region um das Versuchsfeld kontaminiert habe. Das Feld verletze alle offiziellen Vorgaben für den Anbau von Gen-Pflanzen. Jharkhand gilt als eine der Ursprungsregionen des Reisanbaus, wo noch zahlreiche alte Sorten kultiviert werden. Mehrere indische Bundesstaaten haben Anbauversuche inzwischen verboten.