Immer noch Gen-Öl in der Friteuse

In manchen Kantinen, Gaststätten und Frittenbuden wird immer noch Öl aus genmanipulierten Sojabohnen eingesetzt, ohne dass die Kunden dies erfahren. Darauf wies die Münchner Greenpeace-Gruppe hin. Deren Gen-Detektive verfolgen seit zwei Jahren Gastronomie-Großhändler, die Gen-Öl im Angebot haben. Die gute Nachricht: Es werden weniger.

Nach Angaben von Greenpeace München vertreiben derzeit noch drei Münchner Großhändler Gen-Öl der Marke Sedina der Ölmühle Hamburg. Zwei weitere wollen noch Restbestände abverkaufen und dann auf Gen-Öl verzichten. Die Öle selbst sind entsprechend gekennzeichnet – in der Regel findet sich aber keine Kennzeichnung in den Speisekarten von Gaststätten, Kantinen oder Imbissständen, die diese Öle weiter verarbeiten. Den Verbrauchern werde so, aufgrund der fehlenden Kennzeichnung in den Speisekarten und den unzureichenden Kontrollen der bayerischen Lebensmittelüberwachung, nun doch wieder Gentechnik untergeschoben, argumentiert Klaus Müller. „Es ist verantwortungslos gegenüber Verbrauchern und Gastwirten, wenn Großhändler gentechnisch veränderte Speiseöle in ihrem Sortiment anbieten.“

Allerdings werden es immer weniger. Als die Greenpeace-Gruppe München im Februar 2007 ihre „Schwarze Liste der Gen-Öl-Händler“ erstmals veröffentlichte, waren darauf rund ein Dutzend Händler zu finden. Mit Aktionen vor Großmärkten und in Gaststätten informierten die Greenpeacler über den heimlichen Gen-Öl-Einsatz, auch auf italienisch, türkisch und chinesisch. Mit der Ergebnis, dass immer mehr Großhändler die betreffenden Produkte auslisteten. Allerdings haben sich die Greenpeacler nur mit Unternehmen befasst, die in und um München ihren Sitz haben oder Gaststätten in und um München beliefern. Die einschlägigen Gen-Öle sind aber auch bei vielen anderen Großhändlern bundesweit zu haben.