Gen-Lein: Auch Bio betroffen

36 Staaten rund um den Globus haben inzwischen Funde von Leinsaat mit gentechnischen Verunreinigungen gemeldet. Auch in Bio-Leinsaaten aus Kanada wurden Verunreinigungen mit dem Gen-Lein Triffid gefunden, wie mehrere Meldungen im EU-Schnellwarnsystem RASFF zeigen.

Am 19.November meldete Taiwan im RASFF „nicht zugelassene, gentechnisch veränderte braune Bio-Leinsaat aus Kanada, via Deutschland.“ Eine gleichlautende Meldung kam bereits am 12. November aus Zypern. Deren Schnellwarnungsnummer 2009/1515 verweist auf einen ersten Fund in Griechenland am 5. November. Allerdings ist in dieser ersten Meldung nur von brauner Leinsaat via Deutschland die Rede, noch nicht von „Bio“. Die Rückverfolgung führte anscheinend zu dem deutschen Händler, denn die nächste Meldung vom 11. November listet eine Charge in Deutschland auf, die bereits in 17 europäische Länder vertrieben worden war.. „Rücknahme der betroffenen Ware vom Markt, verstärkte Kontrollmaßnahmen“ werden als Maßnahmen genannt. Auf diesen Fund beziehen sich die Meldungen aus Zypern und Taiwan Unabhängig davon meldete Belgien am 12. November verunreinigte Bio-Leinssat aus Kanada. Die Schweden hatten drei Tage zuvor Bio-Leinsaat mit Triffid gefunden, die via Italien ins Land gekommen war.

Noch immer weitaus häufiger sind Verunreinigungen in konventionellen Leinsamen. So musste die britische Supermarktkette Marks&Spencer Anfang November Brot mit Triffid-Lein aus den Regalen räumen. In Nordrhein-Westfalen meldeten die Untersuchungsämter Anfang November, dass bei flächendeckenden Kontrollen in 20 von 58 Proben Spuren des Genkonstrukts Triffid gefunden wurden.

Die Kanadische Leinsamen-Vereinigung nennt die Verunreinigung verheerend. „Wenn die kanadische Leinsamen-Industrie überleben und wieder auf die Beine kommen will, muss jede nur denkbare Anstrengung unternommen werden, um die Quellen dieser Verunreinigung zu finden und zu eliminieren.” schreibt sie an ihre Mitglieder. Farmer, in deren Ernte Verunreinigungen festgestellt wurden, tröstet sie damit, dass es weniger sensible Märkte als den europäischen gebe, auf denen man solche Partien fast ohne Abschläge verkaufen könne. Nur müssten solche Partien gekennzeichnet und getrennt gehandelt werden, um keinen Schaden anzurichten.