Gen-Bauern missachten Vorschriften

Ein Viertel der US-Farmer, die genmanipulierten Mai anbauen, missachten Umweltauflagen, die eine Resistenzbildung bei Insekten verhindern sollen. Dies enthüllte die US-Umweltorganisation Center for Science in the Public Interest (CSPI) in einer Studie. Sie forderte die US-Umweltbehörde EPA auf, die Zulassung der Genmais-Pflanzen erst dann zu verlängern, wenn die Regeln eingehalten werden.

2008 waren 58 Prozent der US-Maisäcker mit genmanipulierten Sorten bepflanzt, die ein Gift des Bacillus Thuringiensis (Bt-Toxin) produzieren und damit bestimmte Schädlinge abwehren sollen. Die Zulassung dieser Maissorten war von der Umweltbehörde mit der Auflage versehen worden, dass jeder Farmer im oder am Rande solcher Genmais-Äcker Flächen mit gentechnikfreiem Mais bepflanzen sollte. Diese Rückzugsgebiete für die Schadinsekten sollen verhindern, dass diese Resistenzen gegen das Bt-Toxin entwickeln. In den Jahren 2003 bis 2005 hielten über 90 Prozent der Farmer diese Auflage ein, inzwischen ist die Zahl auf rund 75 Prozent gesunken.

Die Daten, die das CSPI zitiert, stammen aus jährlichen Compliance-Berichten, in denen die Gentechnik-Konzerne dem EPA mitteilen, inwieweit die Farmer die Auflagen für das Resistenz-Management einhalten. Diese Daten seien ein Alarmsignal für die Umweltbehörde, dass das derzeitige Regelwerk nicht funktioniere, heißt es in der Studie. Deshalb müsse die Behörde die Wiederzulassung bestehender Sorten davon abhängig machen, dass die Auflagen eingehalten würden. Zusätzlich sollten sowohl Farmer als auch Saatgutlieferanten bei Nichtbefolgung Strafe zahlen.