Gentech-Saatgut wird immer teurer

Die Preise für das Saatgut von genmanipuliertem Mais und Soja sind in den USA in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Die neue RoundupReady2-Bohne von Monsanto wird 2010 doppelt so viel kosten wie gentechnikfreies Sojasaatgut. Der Agrarwissenschaftler Charles Benbrook hat in einer Studie die Preisentwicklungen der letzten Jahre zusammengestellt und zeigt die Folgen für die Bauern auf.

Von 1975 bis 2000 sind laut Benbrook die Preise für Soja-Saatgut nur um 63 Prozent gestiegen. Preisbegrenzend wirkte die Möglichkeit der Farmer, statt zertifiziertem Saatgut Bohnen aus der letzten Ernte auszusäen. Mehr als der doppelten Sojabohnenpreis sei für das Saatgut nicht zu erzielen gewesen. Das änderte sich, als Gentech-Soja relevante Marktanteile gewann. Von 2000 bis 2009 stieg der Preis für Sojasaatgut um weitere 230 Prozent, bezogen auf 1975. Für ein Bushel (27,2 Kilogramm) gentechnikfreies Saatgut zahlten die Bauern in diesem Jahr 33,7 Dollar, Gentech-Soja kostete 49,6 Dollar. Ähnlich deutlich sind die Unterschiede bei Mais. In beiden Fällen ist Öko-Saatgut ebenfalls billiger als die Gentech-Variante.
Der drastische Preisanstieg führt dazu, dass die Farmer einen immer größeren Teil ihrer Erlöse für Saatgut bezahlen. Früher wären es vier bis acht Prozent gewesen, schreibt Benbrook. 2009 hätte ein Bauer 16,4 Prozent dessen, was er mit seiner Sojaernte erlöst habe, wieder in neues Saatgut investieren müssen. Bei Bauern, die 2010 die neuen RR2-Bohnen einsetzen, steige der Anteil auf 22,5 Prozent. Bei Maisanbauern machten die Kosten für das Gentech-Saatgut inzwischen 19 bis 34 Prozent der Erlöse aus. Diese Entwicklung führe dazu, dass immer weniger Geld in die Farmen investiert werden könne und immer mehr Geld in die Kassen der Saatgutindustrie abfließe