Genreis-Skandal: Bayer muss zahlen

Das Bezirksgericht von St. Louis hat zwei Landwirten, deren Reisernte durch genmanipulierte Sorten der Bayer CropScience AG verunreinigt worden war, eine Entschädigung von knapp zwei Millionen Dollar zugesprochen. Das Verfahren gilt als Testlauf für bis zu 3000 Klagen geschädigter Reisbauern. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren begrüßte das Urteil und forderte den Konzern auf, alle geschädigten Landwirte umgehend zu entschädigen.

2006 hatte der genmanipulierte Reis LL 601 (Liberty Link) des Bayer-Konzerns große Teile der US-Reisernte verunreinigt. Rückrufe und Absatzeinbrüche verursachten mehrere hundert Millionen Euro an Schäden. In den USA schlossen sich zahlreiche Farmer zu Klagen zusammen. Ein erster Fall ist jetzt entschieden.

Die neunköpfige Jury hatte sich einen Monat lang die Argumente beider Seiten angehört. Sie lehnte die geforderte Bestrafung des Konzerns ab, verurteilte ihn aber dazu, Schadensersatz zu leisten. „Dies ist ein großer Erfolg für alle amerikanischen Landwirte, die durch die Liberty Link-Kontamination geschädigt wurden“, freute sich Johnny Hunter, einer der beiden Kläger. „Ich hoffe sehr, dass die Firma Bayer durch dieses Urteil gezwungen wird, ihre unverantwortlichen Testprogramme einzustellen.“. Die Geschworenen hatten die Sicherheitsvorkehrungen der Firma als „nachlässig“ bezeichnet. Adam Levitt, einer der Anwälte der Kläger, rechnet mit Schadenersatz-Zahlungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren forderte die Europäische Union auf, keine Import-Zulassung für Liberty Link-Reis zu erteilen. Ein entsprechender Antrag von Bayer für den Reis LL 62 liegt seit 2003 vor.