Gentech-Mais im Regenwurm

Kanadische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass das Erbgut einer genmanipulierten Maissorte im Boden länger stabil bleibt als bisher vermutet und sich innerhalb der Nahrungskette anreichert. In ihrer Studie konnten sie selbst in den Därmen von Regenwürmern die transgene DNA nachweisen. Unklar blieb, ob Bodenbaklterien das manipulierte Erbgut bereits in eigene Zellen eingebaut hatten oder ob es noch frei im Boden vorhanden war.

Die Forscher um Miranda Hart und Jeff Powell von der University of Guelph in Ontario, Kanda, hatten den Boden eines Versuchsfeldes analysiert, auf dem Glyphosat-resistenter RoundUp-Ready-Mais von Monsanto wuchs. Gezielt suchten sie im Boden und verschiedenen Bodenlebewesen nach dem manipulierten Gen mit der Bezeichnung cp4 epsps. Sie fanden es in kleinen und großen Insekten, Fadenwürmern und Regenwürmern in Mengen, die weit über der Konzentration der DNA im Boden selbst lagen. Das sei ein Beleg dafür, dass die Tiere direkt gentechnisch verändertes Pflanzenmaterial gefressen hätten. Die Forscher werteten die „hohen Konzentrationen“ als Hinweis darauf, dass die Transgene innerhalb der Nahrungskette im Boden nicht signifikant abgebaut würden. Die Verdauungssysteme der untersuchten Tiere könnten zudem die Gelegenheit bieten, dass das manipulierte Erbgut auf Bodenbakterien übergehe.

Welche Folgen ein solcher horizontaler Gentransfer habe, ist weitgehend unerforscht. Ob das Vorhandensein der Transgene in den nahrungskette im Boden ein Risiko für die Bodenlebewesen darstellt ist unbekannt“, schrieben die kanadischen Wissenschaftler. „Der Gedanke, das solcherart ‚optimierte‘ transgene synthetische DNA im gesamten Nahrungsnetz unter der Erde verbreitet wird, sollte uns sehr nachdenklich machen, denn wir Menschen sind Teil des Netzwerks des Lebens und somit viel intensiver mit diesen Lebewesen verbunden als wir uns in unserer hochtechnisierten Welt eingestehen möchten“, kommentierte Gentechnik-Experte Werner Müller von der österreichischen Umweltschutzorganisation Global 2000 diese Forschungsergebnisse.