Monsantos irreführende Lobbyarbeit ausgezeichnet

Der Gentechnik-Konzern Monsanto hat am Rande der UN-Klimakonferenz für sein aggressives Konzern-Lobbying in Sachen Klimaschutz den Preis „Die wütende Meerjungfrau“ verliehen bekommen. Organisiert haben die Auszeichnung Attac Dänemark, Friends of the Earth International und andere Umweltorganisationen. An der Online-Abstimmung über die acht nominierten Konzerne beteiligten sich 10.000 Menschen.

Monsanto war nominiert worden, weil der Konzern genmanipuliertes Saatgut wie die Soja-Bohne „RoundupReady“ in aggressiver Weise als Mittel zur Lösung der Klimaproblematik ins Gespräch brachte. Dabei wird Gen-Soja auf riesigen Flächen angebaut, für die zuvor Regenwald abgeholzt wurde. 37 Prozentder 10.000 abgegebenen Stimmen fielen auf das Saatgut-Unternehmen. Monsanto erhielt den Preis zusammen mit dem Runden Tisch zur verantwortungsvollen Nutzung von Soja (RTRS). Diese – von der Umweltorganisation WWF unterstützte – Organisation erlaube es dem Konzern, genmanipuliertes Soja als „verantwortungsvoll“ zu deklarieren. „Dies würde bedeuten, dass von RTRS zertifiziertes GM-Soja in naher Zukunft als „umweltfreundliche“ Quelle von Agrosprit betrachtet werden darf; oder dass es geeignet ist für CO2-Zertifikate“, heißt es in der Nominierung.

Der Wütende-Meerjungfrauen-Preis wurde ins Leben gerufen, „um die perverse Rolle der Unternehmens-Lobbyisten aufzudecken und die Unternehmensgruppen und Gesellschaften herauszustellen, die die größte Leistung erbracht haben, um die Klimagespräche und andere Klimamaßnahmen zu sabotieren, während sie häufig profitable, falsche Lösungen propagieren“, heißt es auf der Homepage. Auf den Plätzen 2 und 3 landeten der Ölkonzern Shell mit 18 Prozent und das American Petroleum Institute mit 14 Prozent der Stimmen.