Indien: Gen-Baumwolle zieht Schädlinge an

Indische Baumwollbauern werden zunehmend von pflanzensaugenden Schädlingen heimgesucht, die früher kein Problem darstellten. Schuld daran ist der zunehmende Anbau von genmanipulierter Baumwolle – sagt der oberster staatliche Baumwollforscher.

Keshav Kranthi ist Insektenforscher, Direktor des staatlichen Baumwollforschungsinstituts CICR und ein Befürworter der grünen Gentechnik. Umso mehr Aufmerksamkeit erregte er, als er sich in die Front der indischen Gen-Auberginen-Gegner einreihte. In einem Bericht an das indische Umweltministerium listete er auf, welche Probleme der zunehmende Anbau von Gen-Baumwolle mit sich gebracht hat und was daraus für den Umgang mit Gen-Auberginen folgen sollte. „Wir hätten vorsichtiger sein müssen“, lautete sein Fazit im indischen ‚Telegraph’.

Er berichtete der Zeitung, dass sich früher unbekannte oder unproblematische Schädlinge wie Schmierläuse, Mottenschildläuse oder Thripse in den Baumwollfeldern breitgemacht hätten und durch das Aussaugen der Pflanzen den Bauern massive Verluste zufügten. In ihrer Verzweiflung würden diese zu extrem gefährlichen Pestiziden greifen, da die durch eine wachsähnliche Schicht geschützten Läuse mit weniger giftigen Wirkstoffen kaum zu beseitigen seien. Die Ausgaben der Baumwoll-Bauern für Insektizide seien von 6,4 Milliarden Rupien 2006 auf 8 Milliarden Rupien (etwa 120 Millionen Euro) 2008 gestiegen. Die Erträge seien im gleichen Zeitraum um fast zehn Prozent zurückgegangen, von 560 auf 512 Kilogramm Fasern je Hektar.

Die wesentliche Schuld an dieser Entwicklung gibt Kranthi den Managementfehlern bei der Einführung der Bt-Baumwolle. Innerhalb weniger Jahre seien Hunderte von Hybriden auf den Markt gekommen. Die Bauern wüssten nicht, welche Sorten am geeignetsten seien und würden oft die falschen aussähen. Zudem habe der von den Bt-Saatgutanbietern propagierte teilweise Verzicht auf Insektizide die Ausbreitung neuer Schädlinge begünstigt.

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