Gentechnik-Knolle Amflora darf kommen

Die EU-Kommission hat die genmanipulierte Stärkekartoffel Amflora der BASF für den kommerziellen Anbau freigegeben. John Dalli, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, sagte: „Alle wissenschaftlichen Aspekte und besonders die Sicherheitsbedenken sind bereits ausgiebig berücksichtigt worden.“

Die Zulassung für Amflora ist die erste Anbauzulassung in der EU seit 1998. Dreizehn Jahre dauerte das Verfahren, weil offizielle Organisationen wie die EU-Arzneimittelbehörde und die Weltgesundheitsorganisation WH) Bedenken hatten. Denn die Kartoffel enthält ein Resistenzgen gegen ein Antibiotikum, das auch in der Humanmedizin genutzt wird. Die Kommission beruft sich bei ihrer Entscheidung auf ein Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde EFSA, die in dem Resistenzgen kein Problem sieht. Ein zusätzlicher Beschluss der Kommission erlaubt den Einsatz der bei der Stärkegewinnung anfallenden Nebenerzeugnisse als Futtermittel.

Ob es zu einem großflächigen Anbau von Amflora kommt, ist fraglich. Denn im letzten Jahr haben zwei Firmen eine konventionell gezüchtete Stärkekartoffel mit vergleichbaren Eigenschaften vorgestellt. Auch hat sich die Stärke herstellende Industrie schon vor Jahren gegen den Einsatz der Gen-Knolle ausgesprochen, da sie eine Verunreinigung ihrer Lebensmittelstärke befürchtet. In Deutschland ist für 2010 (ähnlich wie in den Vorjahren) nur ein Anbau auf einer Fläche von 20 Hektar an einem Standort in Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen. Er dürfte in erster Linie dem Erhalt und der Vermehrung der Sorte dienen.

Zugelassen hat die Kommission außerdem den Import und die Verarbeitung von drei weiteren Genmaissorten von Monsanto. Bei MON863xMON810, MON863xNK603 und MON863xMON810xNK603 handelt es sich um Kreuzungen bereits bestehender manipulierter Sorten.