Schonfrist für die Gen-Zuckerrübe

Ein kalifornisches Gericht hat die Eilklage mehrerer Bio-und Umweltverbände gegen den Anbau genmanipulierter Zuckerrüben in den USA zurückgewiesen. Damit können die in diesem Jahr bereits ausgesäten Rüben heranwachsne, geerntet und verarbeitet werde. Der Richter machte aber deutlich, dass dies keine Vorentscheidung für einen Anbau über 2010 hinaus sei. Für Juli hat das Gericht eine weitere Anhörung anberaumt, um in der Hauptsache zu entscheiden.

Im Herbst 2009 stellte der US-Bundesrichter Jeffrey S. Wright fest, dass die US-Regierung es versäumt habe, die Umweltrisiken gentechnisch manipulierter Zuckerrüben vor der Zulassung 2005 zu überprüfen. Das manipulierte Erbgut könne auf andere Zuckerrüben und verwandte Pflanzen auskreuzen. Zudem sei die Wahlfreiheit der Bauern, die gentechnikfrei arbeiten wollen und der Verbraucher, die gentechnikfreie Lebensmittel wollen, nicht gewährleistet. D, stellte der Richter fest. Im darauf folgenden zweiten Teil des Verfahrens lehnte es der Richter ab, per Eilentscheidung den Zuckerrübenanbau 2010 zu verbieten. Ein sofortiges Anbauverbot für die in den USA seit 2007 genutzten Gen-Zuckerrüben sei wirtschaftlich unverhältnismäßig. Es könnte die Zuckerpreis in den USA in die Höhe treiben, Tausende von Arbeitsplätze gefährden und Verluste von 1,5 Milliarden Dollar verursachen. Dieser möglichen Schaden sei größer als jener, den der Anbau der Gen-Rüben für Bio-Landwirte in diesem Jahr haben könnte. Der Richter forderte allerdings die konventionellen Bauern auf, sich in Zukunft mit gentechnikfreiem Rüben-Saatgut zu versorgen. Ein Verbot der Gentech-Rüben sei in Zukunft durchaus wahrscheinlich. Entsprechend optimistisch äußerte sich der Anwalt der Umweltorganisationen.

Die genmanipulierten Zuckerrüben sind resistent gegen das Monsanto-Pestizid Roundup. Sie wurden erstmals 2008 in großem Stil in den USA angebaut. 2009 sollen nach Industrieschätzungen bereits 95 Prozent der US-weiten Anbaufläche von 450.000 Hektar mit manipulierten Rüben bepflanzt worden sein. Der Rübenzucker macht in den USA die Hälfte des Verbrauchs aus, die andere Hälfte entfällt auf Rohrzucker. Im Zuge einer großen Verbraucherkampagne versicherten über 100 Lebensmittelhersteller, sie würden keinen Genrübenzucker einsetzen..