Gentech-Baumwolle: Schädling wird resistent

Auf rund drei Viertel der indischen Baumwollfelder wächst Gentech-Baumwolle, meist von von Monsanto. Die Pflanzen der Marke Bollguard I produzieren ein Gift, das BT-Toxin, um sich gegen einen gefräßigen Schädling zu schützen, die rosarote Baumwollkapselraupe. Doch nun haben Monsanto-Wissenschaftler auf Baumwollfeldern im westindischen Bundesstaat Gujarat Raupen entdeckt, die eine Resistenz gegen Bollguard I entwickelt haben. Der Konzern hat das eingeräumt und gleich eine Lösung präsentiert: Die Bauern sollen die Weiterentwicklung Bollguard II aussäen.

Monsanto kommentierte die nun erstmals nachgewiesene Resistenz als natürlich und vorhersehbar. Schuld daran hätten die Bauern, weil sie zu wenig gentechnikfreie Refugien gepflanzt hätten. Solche Felder mit gentechnikfreier Baumwolle sind notwendig, um Resistenzen zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Doch auf den kleinen Feldern der Bauern ist ein solches Resistenzmanagement kaum möglich. Unwahrscheinlich ist, dass Monsanto oder die vielen örtlichen Saatgutverkäufer den Bauern vorab erklärt haben, wie so etwa funktioniert.

Selbst in den USA mit riesigen Feldern und ausgebildeten Farmern klappt das Resistenzmanagement nicht. Eine Studie zeigte, dass ein Viertel der US-Farmer, die genmanipulierten Mai anbauen, Umweltauflagen missachten, die eine Resistenzbildung bei Insekten verhindern sollen. Bei Baumwolle dürfte es nicht anders sein. Eine Studie der Universität von Arizona belegt, dass in nur drei Jahren die Anzahl der resistenten Baumwollkapselbohrer in Gentech-Baumwollfeldern von Null auf 50 Prozent gestiegen ist. Manche Insekten seien 100- bis 1000-mal unempfindlicher gegen das Bt-Toxin geworden, heißt es in der Studie.

3 Gedanken zu „Gentech-Baumwolle: Schädling wird resistent“

  1. „[…]meist von von Monsanto.“
    „[…], die genmanipulierten Mai anbauen, […]“

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