Genreis-Skandal: Bayer muss wieder zahlen

Der Bayer-Konzern ist in den USA erneut zu Schadensersatz verurteilt worden. Diesmal muss er 48 Millionen Dollar, das sind rund 35 Millionen Euro, an ein Dutzend Landwirte zahlen, deren Ernte 2006 mit gentechnisch manipuliertem Bayer-Reis verunreinigt worden war. Der Konzern will in Berufung gehen.

Schon im Dezember 2009 und im Februar und März dieses Jahres war Bayer von drei Gerichten in verschiedenen US-Bundesstaaten zu Zahlungen von zusammen 4,5 Millionen Dollar verurteilt worden. Insgesamt haben bis zu 3.000 Landwirte Bayer auf Schadensersatz verklagt, etwa 500 Verfahren sind anhängig. Die Konzerntochter Bayer Crop Science hatte zusammen mit der Staatsuniversität Lousiana auf Versuchsfeldern die genmanipulierte Reissorte Liberty Link (LL) 601 angebaut, die 2006 die US-Reisernte verunreinigte und über eine Milliarde Dollar Schaden verursachte.

Das Gericht in Arkansas hatte Bayer neben einer Schadensersatzzahlung von 6 Millionen Dollar auch eine so genannte Strafschadensersatzzahlung an die Bauern in Höhe von 42 Millionen Euro aufgebrummt. Eine solche Strafe wird bei einem vorsätzlich schädlichen Verhalten eines Unternehmens verhängt. Ausschlaggebend dafür war, dass die Jury es als erwiesen ansah, dass Bayer Crop Science bereits im Januar 2006, also noch vor der Aussaat, von der Verunreinigung wusste, diese aber verschwieg. Der Konzern sei mit „rücksichtsloser Missachtung“ vorgegangen. Während die Anwälte der Farmer den Urteilsspruch begrüßten, hält Bayer die Entscheidung für „in keiner Weise nachvollziehbar“. Der Konzern teilte mit, dass er sich mit dem führenden US-Reisverarbeiter Riviana außergerichtlich auf Zahlung von 5,8 Millionen Dollar geeinigt habe.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) begrüßt die erneute Verurteilung des BAYER-Konzerns. Philipp Mimkes, Vorstandsmitglied der CBG: „Das Unternehmen muss jetzt umgehend alle betroffenen Landwirte entschädigen.“ Die Organisation reichte zur Bayer-Hautversammlung Ende April einen Gegenantrag ein, in dem ein Rückzug von LL-Reis gefordert wird. Außerdem sollen die Aktionäre dem Vorstand die Entlastung verweigern.