USA: Verunreinigungen in Bio-Mais nehmen zu

Bio-Bauern aus dem Mittleren Westen der USA beklagen, dass gentechnische Verunreinigungen in ihrem Futtermais zunehmen. Das berichtete die Fachzeitschrift The Organic & Non GMO Report. Im Artikel ist von „low levels“, also niedrigen Konzentrationen die Rede, beziffert werden diese allerdings nicht.

Die Zeitschrift schreibt, dass die Bauern-Gruppe anonym bleiben wolle, weil sie um den Absatz ihrer Produkte fürchte. Etwa ein Drittel der bisher gezogenen Proben sei GMO-positiv gewesen. „Das Problem wird zunehmend ernster“, zitiert die Zeitschrift den Sprecher der Bauern. Diese hätten alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um Verunreinigungen zu vermeiden. Sie würden ihre Felder abseits der Genmais-Felder anlegen und den Mais später aussähen als die Nachbarn, um Kontaminationen durch Pollenflug zu vermeiden. Die Ernte- und Transportmaschinen würden aufwändig gereinigt. Aber alle Maßnahmen hätten nicht ausgereicht, um das Eindringen von GMO zu verhindern. „Jeder in der Bio-Branche hält an dem Glauben fest, wir könnten die unerwünschte Ausbreitung verhindern. Aber das ist Wunschdenken. Mais-Pollen ist dafür gemacht, sich soweit wie möglich auszubreiten.“ Ähnliche Probleme gibt es nach Angaben des Bauernsprechers auch bei Soja: “Wir haben niedrige Konzentrationen gefunden, die wir früher in Bio-Sojabohnen nicht hatten.”

Bisher werden gentechnische Verunreinigungen in der US-Bio-Branche kontrovers diskutiert. In den US-Bio-Standards gibt es keine Grenzwerte für GMO-Verunreinigungen und auch keine Vorgaben für Analysen. Auch intern hat die Branche keine einheitlichen Vorgaben. Gemessen wird vor allem auf der Ebene der Erzeuger und Rohstoffhändler. Doch die Bauern gäben nur zögerlich über Verunreinigungen Auskunft, aus Angst, ihre Märkte zu verlieren, schreibt die Zeitschrift. Ein Teil der US-Bio-Branche hat deshalb das Non-GMO-Project gegründet. Dessen Logo garantiert, dass alles an Qualitätssicherung unternommen wurde, um die Produkte gentechnikfrei zu halten. Für Analysen innerhalb der Produktionskette gilt eine Verunreinigung bis zu 0,9 Prozent (angelehnt an die Schwellenwerte der EU) noch als „gentechnikfrei“