Neues Schweinepatent von Monsanto

Der Gentechnikkonzern Monsanto hat bei der Weltpatentorganisation WIPO in Genf bereits im Sommer 2009 ein neues Patent angemeldet. Nach Recherchen von Greenpeace und weiteren Organisationen beansprucht der Konzern das Fleisch von Schweinen, die mit bestimmten Monsantos Gen-Pflanzen gefüttert wurden, als patentierte Erfindung. Der Konzern begründet dies damit, dass die Sojabohnen so genmanipuliert seien, dass sie mehr ungesättigte Fettsäuren bilden und ihre Verfütterung zu einer erhöhten Konzentration von ungesättigten Fettsäuren im Schwein führe. Daher seien die entsprechenden Fleisch- und Wurst-Produkte eine exklusive Erfindung des Unternehmens. Im März 2010 habe Monsanto eine ähnliche Patentanmeldung auf Fische aus Aquakulturen eingereicht, berichtet Greenpeace.

Der Recherche zufolge hat sich auch die Zahl der Patentanmeldungen auf normale Pflanzen und Saatgut zwischen 2007 und 2009 verdoppelt. Verbraucher, Landwirte, Züchter und Lebensmittelhersteller sind von diesen Patenten gleichermaßen betroffen. Erfahrungen aus den USA zeigen nach Aussagen von Greenpeace, dass sie zu Marktmonopolen, zu steigenden Preisen und Abhängigkeiten sowie zu einer reduzierten Auswahlmöglichkeit führen. „Mit und ohne Gentechnik treiben die Konzerne ihre Patentansprüche über die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung voran“, kommentiert Christoph Then, Patentberater für Greenpeace, die Situation. Er sieht darin einen Missbrauch des Patentrechtes. „Schnitzel und Schinken sind keine Erfindung.“

Greenpeace forderte die Bundesregierung auf, dem im Koalitionsvertrag beschlossenen Verbot von Patenten auf Nutztiere und -pflanzen gesetzliche Regelungen folgen zu lassen und sich auf EU-Ebene für Neuverhandlungen der Patentgesetze einzusetzen. Einen Erfolg konnten die Patentkritiker vor zwei Wochen verzeichnen. Nach zweijährigen Protesten zog das Europäische Patentamt das so genannte Schweine-Patent EP 1651777 zurück. Es war 2004 von Monsanto eingereicht und später an den US-Schweinezuchtkonzern Newsham Choice Genetics verkauft worden. Es umfasste sämtliche Schweinerassen mit einem bestimmten Gen, dass die Tiere schnell fett werden lässt. Entwickelt hatte der Konzern lediglich einen Test, mit dem dieses Gen erkannt werden kann.