Gen-Reis mit weniger Nährwert

Eine unerwünschte Nebenwirkung gentechnischer Manipulation bei Reis entdeckten chinesische Forscher. Die von ihnen untersuchten Gentech-Sorten produzierten Körner mit weniger Nährstoffen. Ähnliche Effekte hatten Schweizer Forscher kürzlich für Weizen gemeldet.

Die chinesischen Wissenschaftler hatten drei Linien mit gentechnisch verändertem Reis getestet. Diese waren resistent gegen verschiedene Pilze oder toxisch für bestimmte Schadinsekten gemacht worden. In allen drei Linien konnten die Forscher signifikante Veränderungen nachweisen. Durchschnittlich variierte der Gehalt an Aminosäuren um 20 bis 74 Prozent, von Fettsäuren um 19 bis 38 Prozent, von Vitaminen um 25 bis 57 Prozent und von Proteinen um 25 Prozent. Als „alarmierend“ bezeichnen die chinesischen Forscher, dass in einer gentechnisch veränderten Reislinie der Eisen- und Magnesiumgehalt im Vergleich zur nichtmanipulierten Ausgangslinie um die Hälfte zurück gegangen war. Unterschiede zeigten sich auch im äußeren Erscheinungsbild: Die Reiskörner von einer der drei untersuchten gentechnisch veränderten Linien waren größer, weicher und zeigten Farbveränderungen. Eine andere transgene Linie produzierte deutlich schwerere Körner.

Bereits 2008 veröffentlichten taiwanesische Forscher, dass bei eine genmanipulierte Reissorte die Setzlinge anfälliger gegen eine bestimmte Pilzkrankheit waren. Keine Effekte fanden zwei chinesische Wissenschaftler beim Vergleich von herbizidresistenten Genreis-Sorten mit den unveränderten Linien. Sie hatten sich allerdings auf äußere Erscheinungsmerkmale, Krongröße und Ertrag beschränkt.