Illegale Gen-Kartoffeln gefunden – Amflora gestoppt

Auf schwedischen Feldern, auf denen die BASF ihre Gentech-Knolle Amflora anbauen ließ, ist deren noch nicht zugelassene Nachfolgerin namens Amadea aufgetaucht. Der Chemiekonzern BASF hat diesen illegalen Anbau bestätigt. Der mecklenburgische Landwirtschaftsminister Till Backhaus verbot darauf hin, die in seinem Bundesland angebauten und zum Teil bereits geernteten Amflora-Knollen in Verkehr zu bringen.

Anfang dieser Woche teilte der Chemiekonzern BASF mit:„BASF Plant Science hat im Zuge der eigenen Qualitätskontrollen sehr geringe Mengen von Amadea-Kartoffeln in Amflora-Feldern im Norden von Schweden entdeckt. Bereits Ende August wurde die schwedische Behörde informiert.“ Die Vermischung betrage weniger als 0,01 Prozent, sämtliche Amadea-Pflanzen seien von den Feldern entfernt worden. Auf den Amflora-Felder in Deutschland und in Tschechien seien bei Kontrollen keine Amadea-Kartoffeln gefunden wurden. Da Amadea und Amflora unterschiedliche Blütenfarben haben, lassen sie sich in diesem Stadium gut unterscheiden. Für die Verunreinigung machte der Chemiekonzern menschliches Versagen verantwortlich.

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hatte auf die Meldung aus Schweden hin sämtliche Bestände der Saatgutkartoffel Amflora sicherstellen lassen. Eingelagerte Kartoffeln dürften nicht in Verkehr gebracht werden, die Ernte werde gestoppt, teilte das Ministerium mit. Die nach Gentechnikgesetz verordnete Sperre gelte solange, bis der Projektbetreiber BASF den Verdacht zweifelsfrei widerlegen könne, dass auch die in Zepkow aufgewachsenen Kartoffeln Verunreinigungen aufweisen.

Landwirtschaftsminister Till Backhaus sagte: „Mein Vertrauen in das Qualitätssicherungssystem der BASF ist stark erschüttert.“. Er werde sich nicht mit der bloßen Aussage des Konzerns zufrieden geben, wonach das nach Deutschland und Tschechien gelieferte Pflanzgut nicht von Verunreinigungen betroffen sei. Qualitätsmanagement-Dokumente und Verfahrensabläufe bei der Pflanzkartoffelernte, -lagerung und -ausbringung würden jetzt umfassend geprüft. Für den Fall einer Verunreinigung müsse das gesamte Erntegut vernichtet werden. Auch die EU-Kommission ist mit den bisherigen Erklärungen von BASF nicht zufrieden. Sie hat ein Gremium eingesetzt, dass die Aufklärung der aufgetretenen Verunreinigung und die Ursachenforschung koordinieren soll.