US-Richter lässt Zuckerrüben ausreißen

Der US-Bundesrichter Jeffrey S. White hat die Zerstörung gentechnisch veränderter Zuckerrüben angeordnet. Diese waren im September zur Gewinnung von Setzlingen angebaut worden. Dafür hatte das US-Landwirtschaftsministerium eine Sondergenehmigung erteilt, nachdem Richter White bereits im August die bisherige Zulassung für die Gen-Rüben wegen der fehlenden Umweltverträglichkeitsprüfung einkassiert und einen weiteren Anbau vorerst verboten hatte. Mit seiner neuen Entscheidung hat der Bundesrichter nun das Ministerium zur Ordnung gerufen.

Eine Koalition aus Bio-, Bauern- und Verbraucherorganisationen, angeführt von Earthjustice and Center for Food Safety, hatte umgehend gegen die staatliche Ausnahmegenehmigung geklagt. Bereits im September stellte das Gericht fest, dass die Ausnahmegenehmigung gegen die nationalen Umweltgesetze verstoße, weil die Aussaat erfolgt sei, ohne die möglichen ökologischen, gesundheitlichen und sozioökonomischen Folgen abzuschätzen. In einer dreitägigen Anhörung im November ließ der Richter beide Seiten noch einmal zu Wort kommen, bevor er jetzt sein Urteil fällte. Die auf über 100 Hektar zur Saatgutvermehrung angebauten Zuckerrüben müssen nun aus der Erde geholt werden. Es ist das erste Mal, dass ein US-Richter so etwas verlangt. Richter White begründete dies mit den Umweltrisiken, die von den Rüben ausgehen. Zahlreiche Beispiele zeigten, dass gentechnisch veränderte Pflanzen herkömmliche Pflanzen verunreinigten, heißt es in seinem Urteil. Das Gericht könne daher nicht davon ausgehen, dass die Vorkehrungen zur Verhinderung von Auskreuzungen im aktuellen Fall auch zum Schutze der Umwelt ausreichten.

„Das Landwirtschaftsministerium wollte der Justiz und der Öffentlichkeit eine lange Nase drehen. Wir sind zufrieden, dass Richter White darauf die passende Antwort gegeben hat“, kommentierte Earthjustice-Anwalt Paul Achitoff die Entscheidung. Monsanto kündigte Berufung an.

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