Amflora: Verwirrung um Anbaupläne

Widersprüchliche Meldungen gibt es darüber, ob die genmanipulierte Stärke-Kartoffel Amflora auch in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern angebaut wird. Das Gut Bütow in Zepkow, das die Gen-Knolle bisher im Auftrag des Konzerns BASF angebaut hatte, teilte mit, dass es auf einen weiteren Anbau wegen der massiven Proteste verzichtete. Einen Tag später widerrief das Gut die Meldung.
Das Amflora-Versuchsfeld im Müritzkreis war das einzige in Deutschland. Vier Jahre lang hatte das Gut Bütow dort auf einigen Hektar Amflora angebaut. Letzten Freitag meldete die Nachrichtenagentur dapd, das Gut habe den Vertrag mit dem BASF-Tochterunternehmen Plant Science gekündigt. Die Proteste der Gentechnik-Gegner, Feldbesetzungen und das enorme Polizeiaufgebot beim Ausbringen und bei der Ernte der Kartoffeln hätten den Ausschlag gegeben, die Kooperation zu beenden, zitierte die Agentur den Versuchsleiter Denis Behrendt.
Einen Tag später erklärte Karl-Heinrich Niehoff, der Geschäftsführer von Gut Bütow, er werde auch 2011 Amflora anbauen. Anderslautende Meldungen seien „völliger Quatsch“. Dagegen bestätigte nach Angaben der Ostsee-Zeitung BASF Plant Science, dass der Landwirt den Vertrag nicht verlängert habe. Die Bürgerinitiative Müritzregion gentechnikfrei vermutet hinter dem Hin und Her taktische Spielchen. „Da geht es doch nur um Profit“, sagte BI-Sprecherin Marlies Woellner der Ostsee-Zeitung. Das Vorgehen „ist das übliche Chaos, das wir seit vier Jahren von dort im Umgang mit Amflora kennen.“
Klarheit wird Ende Januar herrschen. Denn der Anbau der Kartoffeln muss drei Monate vorab im Standortregister für Gentechnik-Felder angemeldet werden. Derzeit sind dort erst ein kleines Kartoffelversuchsfeld der Universität Rostock und zwei Anbauflächen für genmanipulierte Zuckerrüben in Northeim eingetragen.

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