Übler Trick: Trockentoleranz gibt es nur mit Gentechnik

Der Saatgutkonzern Syngenta hat trockentolerante Maissorten entwickelt – ohne Genmanipulation. Doch die neue Eigenschaft gibt es nur in Maissaatgut, das auch die üblichen Genmanipulationen für Herbizidresistenzen und Bt-Toxin-Produktion enthält. Die britische Organisation GeneWatch wirft dem Konzern deshalb Zynismus vor. Konkurrent Pioneer-HiBred hält sich dagegen das weitere Vorgehen bei seinem kürzlich vorgestellten trockentoleranten Mais noch offen.

Beide Konzerne haben mit biotechnologischen Methoden die rund 100 Gene bestimmt und markiert, die im Maiserbgut dafür sorgen, dass die Pflanze mit Wassermangel gut umgehen kann. Gezielt wurden dann entsprechende Sorten mit den gewünschten Genen gekreuzt. Diese Art der Züchtung, das so genannte „Smart Breeding“, gilt als konventionell, da zwar Labortechniken der Agro-Gentechnik genutzt, aber keine artfremden Gene in das Erbgut der Pflanze eingebaut werden.

Doch Syngenta will die neue Eigenschaft nur in Maissorten anbieten, die gleichzeitig mit Hilfe von Genmanipulationen herbizidresistent gemacht wurden und zudem das Bt-Toxin als pflanzeneigenes Pestizid produzieren. GeneWatch wertete dies als zynischen Trick, um die Bauern noch tiefer in die Kostenspirale aus teurem Saatgut und Pestiziden hineinzulocken. Stattdessen solle der Konzern die neue konventionelle Sorte breit verfügbar machen. Die DuPunt-Tochter Pioneer hat letzte Woche fünf trockentoleranten Maishybridlinien vorgestellt. Diese sind nach Firmenangaben keine transgenen Sorten. Das könne sich aber bei künftigen Saatgutprodukten, die aus diesen Linien hergestellt werden, ändern.

3 Gedanken zu „Übler Trick: Trockentoleranz gibt es nur mit Gentechnik“

  1. Hmm, also GV-Mais ist böse, weil er Bauern in eine Kostenspirale stürzt, während Hybridsaatgut OK ist?! Muss Hybridsaatgut denn nicht jedes Jahr neu gekauft werden, da die zweite Pflanzen-Generation nur Murks ist? Wohingegen GVOs per se keinen Heterosis-Effekt aufweisen? Und besseres Saatgut (was hier für Trockentoleranz anerkannt wird) hat für die Landwirte ja auch seine Vorteile – bzw. wenn es sich nicht rechnet kauft das Saatgut auch niemand. Man muss den Landwirten ja nicht so offensichtlich unterstellen, dass sie nicht bis drei zählen können…

  2. Das ist nicht nur ein übler Erpressungsversuch – ausgerechnet gegen trockene = meist arme Länder -, aber gleichzeitig eine Bankrott-Erklärung der Agro-Gentechnik.

    Syngenta selbst bestätigt damit kritische Forscher, die schon lange sagen, dass Trockentoleranz + Salztoleranz etc. viel zu komplex sind, um diese Ziele durch künstliche Erbgut-Veränderung zu erzielen.

    Ähnlich:
    Eine „neue“ Familie von Reissorten für besonders trockene Umgebungen, die in Westafrika durch Kreuzung gewonnen wurde und NICHT durch künstliche gentechnische Veränderung: New Rice for Africa (NERICA),
    http://de.wikipedia.org/wiki/NERICA
    http://www.warda.org/warda/uplandnerica.asp

  3. Natürlich müssen Hybridsamen jedes Jahr neu gekauft werden. Allerdings braucht man nicht gleich auch noch Herbizide etc. beim Saatgut zu kaufen.
    Denn wenn die Samen von Syngenta restistent gegen ein Herbizid sind, dann garantiert nicht gegen das von Bayer! Durch diesen Zwang das eine Sprizmittel kaufen zu müssen, wird das bestimmt auch nicht billiger!
    Außerdem können durch diese Herbizidresistenten Pflanzen resistenzen unter den Unkräutern entstehen, was den einsatz der Spriztmittel nur verteuert!
    Hybridsaatgut ist außerdem nicht nur Geldmacherei, sondern hat auch beweisbare züchterische vorteile! Außerdem wird der Nachbar dann nicht gleich auf Verstoß gegen das Patentrecht verklagt, weil sich die Pflanzen mal kreuzen…
    Lg

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