Australien: Bio-Bauer verklagt Gentech-Farmer

Ein Bio-Bauer im Südwesten Australiens musste sein Bio-Zertifikat zurückgeben, weil seine Ernte mit gentechnisch manipuliertem Raps verunreinigt war. Der Gentech-Raps stammte von den Feldern eines Nachbarn. Gegen den klagt Bio-Bauer Stephen Marsh jetzt auf Schadenersatz.

Durch den Entzug des Zertifikats bekomme er keinen Aufpreis mehr für seine Ernte und die daraus hergestellten Produkte, argumentiert Marsh. Das bedeute für ihn einen Verlust. Auch wisse keiner, wie lange die manipulierten Samen im Boden bleiben und wieder auskeimen. „Niemand verklagt gern seinen Nachbarn, aber wir haben keine andere Wahl, sagte Marsh dem Fernsehsender ABC. Nach Angaben seines Anwalts könne sich der Schaden auf mehrere Millionen australischer Dollar belaufen.
Der Gen-Raps anbauende Nachbar wies die Klage zurück und erklärte, er habe den Rückhalt des Gentechnikkonzerns Monsanto, von dem sein Saatgut stamme. Doch auch Stephen Marsh steht nicht alleine da. Die Vereinigung der westaustralischen Bio-Bauern unterstützt ihn ebenso wie die konventionellen Farmer im nationalen Verband für nachhaltige Landwirtschaft. Der Landwirtschaftsminister hingegen erklärte, dass er nicht daran denke, das frühere Anbauverbot für Gen-Raps wieder in Kraft zu setzen.