USA erlaubt den Anbau von Gen-Alfalfa

Das US-Landwirtschaftsministerium hat den Anbau von genmanipulierter Luzerne (Alfalfa) ohne Auflagen erlaubt. Damit können US-Farmer die herbizidresistente Futterpflanze wieder anbauen – ohne behördliche Kontrollen oder Kennzeichnung. 2007 hatte ein US-Bundesgericht den Anbau der bereits 2005 zugelassenen Pflanze wegen der fehlenden Umweltverträglichkeitsprüfung verboten. Diese Prüfung hat das Ministerium nun nachgeholt und dabei keine Probleme gefunden. Luzerne ist mengenmäßig die viertwichtigste Anbaupflanze in den USA. Die Verbraucherorganisation Center for Food Safety kündigte an, gegen die Zulassung zu klagen.

Der Anbau von Gen-Alfalfa habe keine schädlichen Auswirkungen, weder auf andere Pflanzen noch auf Tiere, die damit gefüttert werden, begründete die Behörde ihre Entscheidung. Hinsichtlich möglicher Umweltauswirkungen gebe es keine Unterschiede zwischen konventioneller und Gen-Alfalfa. Noch vor Weihnachten hatte sich US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack dafür ausgesprochen, den Bedenken der Öko-Bauern gegenüber möglichen Auskreuzungen durch Gen-Alfalfa Rechnung zu tragen. Bei einem Runden Tisch wurden Maßnahmen wie verpflichtende Abstandsflächen oder einer räumlichen Trennung verschiedener Anbaugebiete diskutiert. Die überraschende Wende führen Kommentatoren von Wallstreet Journal und New York Times auf Druck aus dem Weißen Haus zurück. Die Auflagenpläne von Vilsack seien dort als industriefeindlich kassiert worden.

Die Öko-Branche in den USA zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung. Doch in der Öko-Szene gibt es Streit. Die Handelskette Whole Foods und die Molkerei Stonyfield hatten erklärt, den Anbau von Gen-Alfalfa zu akzeptieren, wenn durch Auflagen die Koexistenz mit dem Öko-Landbau gesichert sei. Sie waren auch an den vorweihnachtlichen Gesprächen mit der US-Landwirtschaftsbehörde beteiligt. Weite Teile der Öko-Bewegung wie die Organic Consumers Association lehnen genmanipulierte Pflanzen weiterhin strikt ab und werfen Whole Foods Verrat vor. OCA-Chef Ronnie Cummings wies darauf hin, dass zwei Drittel der von Whole Foods verkauften Lebensmittel konventioneller Herkunft und größtenteils gentechnisch kontaminiert seien. „Whole Foods maximiert seinen Profit, in dem es quasi-natürliche Produkte zu Bio-Premiumpreisen verkauft.“