Gentech-Mais im Tank

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat einen gentechnisch manipulierten Mais für die Herstellung von pflanzlichem Alkohol zugelassen. Der von Syngenta entwickelte Mais namens Enogen enthält das Erbgut eines Bakteriums, das ein hitzestabiles und Stärke abbauendes Enzym herstellt. Damit soll die Verarbeitung der Maiskörner zu Alkohol vereinfacht und die Ausbeute erhöht werden. Etwa ein Viertel der US-Maisernte wird zu Sprit verarbeitet, der vor allem als Kraftstoff dient.

Bisher wurde der Mais laut USDA auf knapp 20.000 Hektar versuchsweise angebaut. Nun ist der Anbau freigegeben. Verbraucherorganisationen, aber auch die großen Mühlenunternehmen und Lebensmittelhersteller hatten vor einer Zulassung von Enogen gewarnt. Sie befürchten, dass der Energie-Mais in die für Lebens- und Futtermittel bestimmte Maiserzeugung gelangen könnte. Die Variante des stärkeabbauenden Enzyms Amylase in Enogen sei neuartig, man wisse zu wenig über mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, insbesondere Allergien. „Das Landwirtschaftsministerium hat wieder einmal die Interessen der Biotechnologie- und Biosprit-Industrie höher bewertet als die offensichtlichen Risiken für die Ernährung der Nation“, kritisierte Andrew Kimbrell, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation Center for Food Safety (CFS). Die Lebensmittelbehörde FDA allerdings hat den Mais geprüft und als harmlos eingeschätzt.

Das CFS erinnerte an die Erfahrungen mit dem StarLink-Mais. Dieser als Futtermittel zugelassene Mais stand im Verdacht, Allergien auszulösen. 2000 verunreinigte er die Lebensmittelkette in den USA und verursachte durch die notwendigen Rückrufe und Vernichtungsaktionen Schäden in Milliardenhöhe. Syngenta will mit einer geschlossenen Verarbeitungskette Verunreinigungen von Lebens- und Futtermitteln verhindern. Die Kritiker halten das für unmöglich. „Die Idee, man könnt diese künstliche Amylase aus dem Lebensmittelmais fernhalten ist einfach lächerlich“ sagte Margaret Mellon von der Wissenschaftlervereinigung Union of Concerned Scientists.