USA: Wie stark darf „Bio“ verunreinigt sein?

In den USA diskutieren Bio-Unternehmen und Verbraucherorganisationen, wieviel gentechnische Verunreinigungen in Bio-Lebensmittel und Bio-Futter hinnehmbar ist. Für die großen Bio-Molkereien wird es immer schwieriger, das Futter der Kühe gentechnikfrei zu halten.

Der größte Teil des konventionelle in den USA angebauten Futtermaises ist gentechnisch manipuliert. Verunreinigungen in ökologisch angebautem Futtermais durch die Windverfrachtung der Pollen lassen sich deshalb kaum verhindern. In einem Beitrag des öffentlichen Radiosenders NPR heißt es unter Berufung auf Futtermittelhändler, dass Bio-Futtermais typischerweise 0,5 bis zwei Prozent Gen-Mais enthalte. Der US-Öko-Standard (USDA Organic) schreibt zwar, wie auch die EU-Öko-Verordnung, den Verzicht auf alle gentechnischen Produktionsverfahren und deren Erzeugnisse vor. Doch er kennt keinen Schwellenwert für unabsichtliche gentechnische Verunreinigungen. Große Molkereien wie Horizon Organic tolerieren die Verunreinigung des Futters. Die – wenig sinnvolle – Alternative wäre ihrer Meinung nach, garantiert gentechnikfreie Futtermittel zu importieren. Mit der heiß umkämpften Zulassung genmanipulierter Luzerne (Alfalfa) würde sich das Problem noch vergrößern.

Verbraucherorganisationen wie die Organic Consumers Association fordern hingegen gentechnikfreie Bio-Lebensmittel und erwarten gerade von den großen Bio-Herstellern, dass sie die Kontaminationsgefahr stärker thematisieren und die Koexistenz-Strategie der US-Regierung ablehnen. Einer Umfrage zufolge würden 77 Prozent der Bio-Kunden keine Bio-Lebensmittel kaufen, die gentechnisch verunreinigt sind.

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