Gen-Reis: Bayer muss 136 Millionen Dollar zahlen

Die Saatgutsparte Bayer Crop Science der Bayer AG ist im US-Bundesstaat Arkansas zu einer Strafe von 136,8 Millionen US-Dollar verurteilt worden. Geklagt hatte die Farmergenossenschaft Riceland Foods, einer der weltweit größten Erzeuger und Vermarkter von Reis. Deren 2006-er Ernte war durch den Gen-Reis LL601 von Bayer verunreinigt worden, worauf hin der Absatz in die EU wegbrach.
Ein Berufungsgericht in Arkansas hatte daraufhin entschieden, dass Bayer Cropscience 11,8 Millionen Dollar Schadensersatz Riceland Foods zahlen muss. Hinzu kommen 125 Millionen Dollar sogenannter Strafschadensersatz, der bei besonders rücksichtslosem Verhalten verhängt werden kann. Riceland-Sprecher Bill J. Reed freute sich darüber, „dass das Gericht in seiner Urteilsfindung den enormen Schaden anerkennt, der Riceland und der gesamten Branche dadurch entstanden ist, dass der US-Reisbestand von Bayer mit seinem Liberty Link-Reis kontaminiert wurde.“ Riceland hatte dieVerluste seit 2006 auf 380 Millionen Dollar beziffertund weitere Entschädigungszahlungen angestrebt, erklärte aber, die Entscheidung des Gerichts zu akzeptieren. Bayer Crop Science wird dies nicht tun. Der Strafschadensersatz sei völlig ungerechtfertigt, sagte ein Sprecher des Unternehmens dem Magazin Spiegel. Man sei jederzeit verantwortlich und angemessen mit dem Gen-Reis umgegangen. Bayer prüfe nun die rechtlichen Optionen. Bereits im letzten Jahr war Bayer in Arkansas zur Zahlung von 48 Millionen US-Dollar verurteilt worden. Schon damals wurde ein Großteil der Summe als Strafschadensersatz verhängt. Eine rücksichtslose Missachtung der Sicherheitserfordernisse attestierten damals die Geschworenen dem Konzern. Noch sind in den USA über 500 Klagen von Reisbauern gegen Bayer anhängig. Nach Angaben der Coordination gegen BAYER-Gefahren hat der Konzern bereits im letzten Herbst Rückstellungen in Höhe von 386 Millionen Euro gebildet. Das Geld soll für Entschädigungszahlungen an amerikanische Landwirte und Reishändler verwendet werden.