Die versteckten Kosten der Agro-Gentechnik

Ein Bericht von Friends of the Earth Europe (FoE) zeigt die versteckten Kosten des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen auf. Um konventionell gentechnikfreie und ökologische hergestellte Lebensmittel vor Verunreinigungen zu schützen, fallen auf allen Ebenen der Lebensmittelkette erhebliche Kosten an, an denen sich die Gentechnik-Industrie nicht beteiligt. Laut EU-Angaben könnten dadurch die Kosten für die Herstellung gentechnikfreier Futter- und Lebensmittel um bis zu 13 Prozent steigen. Die wahren Ausgaben für Warentrennung, Überwachung und Probenahmen seien laut FoE jedoch weitaus höher und überstiegen die vorausgesagten Gewinne durch den Einsatz der Gentechnik bei weitem.

Der Bericht listet zahlreiche neuere Erfahrungen und Studien auf, die sich mit den sozio-ökonomischen Kosten des Genpflanzen-Anbaus befassen. So schätzten Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Kiel im letzten Jahr ab, wie es sich wirtschaftlich auswirken würde, wenn in Deutschland großflächig Genmais und Genraps angebaut würden. Das Ergebnis: Jeder Euro der durch günstigere Produktionskosten gewonnen wäre, stünden fünf Euro an Kosten und Verlusten in der gentechnikfreien Landwirtschaft gegenüber. Konkret nennt der Bericht einen deutschen Biotofu-Hersteller, dem jedes Jahr 155.000 Euro an zusätzlichen Kosten für Analysen und Qualitätssicherung entstehen. Ein französischer Biosoja-Verarbeiter macht 270.000 Euro geltend.

Als Konsequenz fordert FoE, die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des GVO-Anbaus bei der Zulassung von Gentechnik-Pflanzen zu berücksichtigen. Biotech-Firmen müssten für Schäden aufkommen, die durch Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Pflanzen entstehen. Bis die Regelung verabschiedet seien, dürften keine Anbau-Zulassungen erteilt werden.
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