Synthetische Biologie: Schavan verheimlicht Förderung

Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat auf eine Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion hin zur Synthetischen Biologie Stellung genommen. Bei diesem Forschungsfeld geht es darum, mit der Gentechnik ähnlichen Methoden künstliches Leben, etwa in Form von Mikroorganismen oder Algen, neu zu erschaffen, um es industriell zu nutzen. In der Antwort heißt es: „Die Bundesregierung hat bisher keine Forschungs- und Entwicklungsprojekte spezifisch in der synthetischen Biologie gefördert.“

Diese Aussage ist nach Recherchen der Organisation Testbiotech nicht korrekt: Die Bundesregierung vermeide eine klare Definition von Synthetischer Biologie und fördere entsprechende Projekte unter irreführenden Titeln wie Systembiologie oder allgemein unter der Rubrik Biotechnologie. So „wurden beispielsweise Mittel für verschiedene Projekte von Firmen wie GeneArt und Entelechon bereit gestellt, die speziell im Bereich der Synthetischen Biologie tätig sind. Unterstützt werden auch Projekte, um den Stoffwechsel von Mikroorganismen für technische Zwecke grundlegend zu verändern. Dabei werden Universitäten, aber auch Firmen wie BASF mit erheblichen Mitteln gefördert. Demnach wurden aus Bundesmitteln auf jeden Fall mehrere Millionen Euro für die Technologie und ihr näheres Umfeld bereit gestellt – die genaue Höhe ist unklar“, schreibt Testbiotech. Es entstehe der Eindruck, dass man eine offene Diskussion über die Förderziele der Regierung und die Risiken der Technologie vermeiden wolle.

Die Bundesregierung sieht in der Synthetischen Biologie keine Risiken für Mensch und Umwelt, die nicht schon das Gentechnikgesetz abgedeckt wären und plant deshalb keine spezifischen gesetzlichen Regelungen. Testbiotech hingegen hält solche Vorgaben für dringend notwendig. Die Organisation hat im letzten Jahr mit zwei größeren Studien den derzeitigen Stand der Forschung beschrieben und einen Aufruf zum Schutz der Umwelt vor den Risiken der Synthetischen Biologie veröffentlicht.

Ein Gedanke zu „Synthetische Biologie: Schavan verheimlicht Förderung“

  1. Wenn der „Souverän“ mit unvollständigen oder gar unzutreffenden Angaben der von ihm „gewählten Volksvertreter“ unwissend und damit entscheidungsunfähig gehalten wird, führt sich die „Demokratie“ ad absurdum. Für dergleichen alltägliches Politikerverhalten wäre die Einführung eines Straftatbestandes mit einer Strafdrohung mindestens so schwer wie für bspw. „schweren Landfriedensbruch“ (Flaschenwurf auf Wasserwerfer), also Freiheitsstrafe von mindestens 6 Monaten bis hinauf zu 10 Jahren dringend geboten.

    Daß die Bundesregierung dazu neigt, „keine Risiken“ zu sehen ist nicht erst seit dieser Einschätzung der Nutzung von Atomkraft oder der Endlagerung von deren Produkten bekannt, sondern schon bei derjenigen der fossilen Energieträger (Klimakatastrophe).

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