Gentechnik bringt Gift ins Essen

„Der Anbau und die Verwertung gentechnisch veränderter Pflanzen führt zu einer nie dagewesenen großflächigen und dauerhaften Belastung der Umwelt mit bestimmten Herbiziden und Insektiziden. Diese Stoffe und deren Zusätze sowie deren Abbauprodukte sind zu einem festen Bestandteil der Nahrungskette geworden.“ Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den die Organisation Testbiotech für die grüne Bundestagsfraktion erstellt hat. Würden die Risiken dieser Pestizidbelastung fehlerhaft eingeschätzt, könne dies fatale Folgen haben, folgert Testbiotech-Geschäftsführer Christoph Then.

Er zeigt in dem Bericht auf, dass die notwendigen Daten gar nicht vorliegen, um die Belastung oder deren Giftigkeit genau zu bestimmen. So gibt es kaum Untersuchungen zu den Rückständen des Herbizids Glyphosat in genmanipulierten Futtermitteln und den von den Tieren gewonnenen Lebensmitteln. Noch magerer sind die Daten über die Belastung mit so genanten POE-Tallowaminen. Das sind Benetzungsmittel, die in vielen Glyphosatmischungen zu 10 bis 20 Prozent enthalten und deutlich giftiger als der Wirkstoff selbst sind. In Deutschland hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 2010 vorsichtshalber verboten, mit POE-Tallowaminen gespritztes Erntegut an Tiere zu verfüttern. Allerdings gilt das nur für deutsche Futtermittel, nicht aber für die jährlich vier Millionen Tonnen importiertes Soja. Dessen Belastung mit Glyphosat und Tallowamin wird kaum kontrolliert..

Als weiteres Problem beschreibt der Bericht die von diversen manipulierten Maissorten produzierten Bt-Toxine. Die Struktur der von den Pflanzen produzierten Bt-Proteine sei im Vergleich zu denen der natürlichen Toxine deutlich verändert. Zudem würden zunehmend Maissorten eingesetzt, die verschiedene Bt-Toxine in einer Pflanze produzieren. Deren Wechselwirkungen seien unbekannt. „ Es gibt bisher weder ausreichend definierte bzw. vereinheitlichte Messverfahren, um die Giftkonzentration in den Pflanzen so zu messen, dass die Ergebnisse verschiedener Publikationen zuverlässig miteinander verglichen werden können, noch liegen systematische Untersuchungen über Umwelteinflüsse vor, die für die schwankenden Giftkonzentrationen verantwortlich sind. Es gibt auch keine Höchstmengenbegrenzung für den Bt-Gehalt in Nutzpflanzen“, heißt es in dem Bericht. Die Konsequenz daraus ist für Testbiotech klar: „Anträge auf Neu- oder Wiederzulassungen von Pflanzen, die Bt-Toxine produzieren, sollten bis auf Weiteres nicht bewilligt werden. Bereits erteilte Marktzulassungen müssen neu bewertet werden.“