USA: Monsanto darf sich selbst prüfen

Monsanto und andere Gentechnik-Konzerne können in den USA künftig die Umweltverträglichkeitsprüfungen ihrer Gentechnik-Pflanzen selbst vornehmen. Die zuständige Genehmigungsbehörde im US-Landwirtschaftsministerium hat die Firmen eingeladen, in einem zweijährigen Pilotprojekt dieses neue Genehmigungsverfahren zu testen.
Bevor in den USA eine neue genmanipulierte Pflanze für den kommerziellen Anbau zugelassen wird, muss die Genehmigungsbehörde APHIS deren Umweltverträglichkeit überprüfen. Weil die Behörde dies in einigen Fällen schlampig oder gar nicht gemacht hatte, hatten Bundesrichter die Zulassungen für den Anbau genmanipulierter Luzerne und Zuckerrüben kassiert und die Behörde zum Nachsitzen verdonnert. Um die aufwändigen Prüfungen loszuwerden, will APHIS nun ein neues Verfahren ausprobieren. Demnach soll es Konzernen wie Monsanto in Zukunft selbst überlassen werden, die Auswirkungen ihrer gentechnisch veränderter Saaten auf die Umwelt festzustellen und zu bewerten. Alternativ können die Konzerne die Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfungen in Absprache mit der Behörde an Dritte vergeben. Gedacht ist das neue Prozedere für Pflanzen wie Mais und Baumwolle, die so manipuliert wurden, dass sie selbst Pestizide, die so genannten Bt-Toxine, produzieren.
In ihrer Bekanntmachung schreibt APHIS, das neue Verfahren sei „schneller, effizienter und kostengünstiger“. Das letzte Wort über die Zulassung der Produkte bleibe bei der Behörde. Sie werde „unabhängig alle vorgelegten Informationen evaluieren und falls nötig Ergänzungen verlangen, schreibt APHIS. Europäer sollten über dieses industriefreundliche Prozedere nicht die Nase rümpfen. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA macht es kaum anders. Auch sie überprüft bei der Zulassung lediglich die von den Konzernen vorgelegten Unterlagen und weigert sich beharrlich, eigene Überprüfungen in Auftrag zu geben.