Wes Brot ich ess…

Studien, die von Wissenschaftlern verfasst wurden, die Agro-Gentechnikunternehmen nahe stehen, fallen zugunsten der jeweils untersuchten gentechnisch veränderten Organismen (GVO) aus. Zu diesem Ergebnis kommen portugiesische Wissenschaftler. Sie hatten für ihre in der Fachzeitschrift Food Policy veröffentlichten Arbeit insgesamt 94 Studien unter die Lupe genommen, die sich mit Gesundheitsrisiken oder dem Nährwert gentechnisch veränderter Produkte befasst hatten.

Von diesen 94 Studien ließen 80 ihren Untersuchungsgegenstand in einem positiven Licht erscheinen, zwölf kamen zu einem negativen Ergebnis und zwei waren neutral. An 41 Arbeiten war mindestens ein Mitarbeiter eines Biotech-Unternehmens beteiligt, das an dem GVO ein kommerzielles Interesse hatte. Alle diese Arbeiten fielen positiv aus. Bei den meisten von ihnen fand sich kein Hinweis auf die wahrscheinliche finanzielle Unterstützung durch das Unternehmen. Bei Studien, deren Finanzierung offengelegt war, kamen die Gelder zum größten Teil aus nicht-industriellen Quellen. Dazu zählten staatliche Forschungsprogramme, Universitäten und Stiftungen.
Acht der zwölf Studien mit negativen Ergebnissen (und die zwei neutralen) wurden ausschließlich durch solche nicht-industriellen Geldquellen gefördert. Bei drei von ihnen war die Herkunft der Mittel nicht deklariert. Nur eine Studie mit GVO-nachteiligen Ergebnissen war von einem Industrieunternehmen finanziert worden. Bei allen negativen und neutralen Studienergebnissen waren die Wissenschaftler nicht mit den Industrieunternehmen verbandelt.
Die portugiesischen Forscher kommen zu folgendem Schluss: „Die Ergebnisse zeigen, dass berufliche Verbindungen oder direkte finanzielle Unterstützung wahrscheinlich das endgültige Ergebnis solcher Studien im Sinne des kommerziellen Interesses der involvierten Unternehmen beeinflussen.“