Bt-Toxine im Baby

Kanadische Wissenschaftler haben erstmals das von genmanipulierten Pflanzen produzierte Bt-Toxin Cry1Ab im Blut von Frauen und von Neugeborenen nachgewiesen. Die Theorie, das Gift würde im menschlichen Verdauungstrakt zersetzt, ist somit widerlegt. Ob die gefundenen Spuren gesundheitlich relevant sind, war nicht Thema der Studie.
Das vor allem von Gen-Mais und Gen-Baumwolle produzierte Bt-Gift stammt ursprünglich aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis und wirkt gegen bestimmte Insekten. Mehrere Fütterungsversuche weisen darauf hin, dass der Giftstoff sich negativ auf das Verdauungssystem, insbesondere die Darmschleimhaut auswirken kann. Die Forscher der Universität Sherbrooke in Quebec hatten 39 gesunden nichtschwangeren Frauen sowie 30 Frauen kurz vor der Geburt Blut abgenommen. Direkt nach der Geburt wurden noch Blutproben aus der Nabelschnur gezogen, über die das Baby im Mutterleib versorgt worden war.
Bei 63 Prozent der Nichtschwangeren und bei 93 Prozent der Schwangeren konnten die Wissenschaftler das Toxin Cry1Ab nachweisen. Auch acht von zehn Neugeborenen hatten das Bt-Toxin im Blut. Die gemessenen Konzentrationen waren mit durchschnittlich 0,19 Nanogramm je Milliliter (ng/ml) bei den Müttern und 0,04 ng/ml im Nabelschnurblut sehr gering. Andererseits gibt es keine Vergleichswerte und keine Tests über die chronischen Wirkungen niedrigster Dosen von Bt-Toxinen. Die US-Umweltbehörde EPA argumentiert in einer ausführlichen Stellungnahme von 2010, dass Bt-Toxine auch in größeren Mengen für den Menschen nicht akut giftig seien. Da sie sich im Darm zersetzen würden, gebe es keine chronische Belastung und damit auch keine Notwendigkeit, die chronische Toxizität zu testen.

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