Belgien: Kartoffel-Versuchsfeld zerstört

Belgische Gentechnikgegner haben in einer öffentlich angekündigten Aktion ein Versuchsfeld mit gentechnisch manipulierten Kartoffel zerstört. Die von der niederländischen Uni Wageningen und dem Konzern BASF gezüchteten Gentech-Knollen sollen resistent gegen Krautfäule sein.
Im März hatten die zuständigen Behörden der Universität Gent erlaubt, in dem belgischen Städtchen Wetteren bei Brüssel ein Versuchsfeld mit den genmanipulierten Kartoffeln anzulegen. Dort sollten insgesamt 27 verschiedene, mit gentechnischer Hilfe resistent gemachte Sorten angebaut werden, um die unter den belgischen Klimabedingungen zu testen. Am 11. Mai kamen die Kartoffeln unter die Erde. Für den 29 Mai rief die belgische Bewegung der Feldbefreier zu einer öffentlichen Aktion auf. Die Gentech-Kartoffeln sollten ausgegraben und durch Öko-Kartoffeln ersetzt werden, die durch herkömmliche Zucht widerstandsfähig gegen Krautfäule gemacht wurden.
Laut Presseberichten schützten rund 60 Polizisten den Acker – ohne Erfolg. Es gelang einigen der rund 400 Mitglieder des Belgian Field Liberation Movement (FLM), den Schutzzaun zu überwinden, den Acker zu betreten und Kartoffel auszugraben. Andere warfen Bio-Kartoffeln auf das Versuchsfeld. 40 Feldbefreier wurden von der Polizei festgenommen. Es gab auf beiden Seiten mehrere Verletzte.
In Deutschland gibt es derzeit mehrere Versuchsfelder mit Gentech-Kartoffel, sowie ein zwei Hektar großen Feld, auf dem die Gentech-Knolle Amflora angebaut wird.

Beitrag der belgischen Nachrichten