WWF: Auf dem Schoß von Monsanto

Die WDR-Dokumentation „Der Pakt mit dem Panda“ zeigt, wie sich der weltweit tätige Umweltverband WWF für die Interessen der Agro-Konzerne in Südamerika einsetzt. Dort hat die Umweltorganisation den Runden Tisch für verantwortlichen Sojaanbau (RTRS) ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, Kriterien und ein Label für „nachhaltig“ angebautes Soja zu entwickeln. Zu den Mitgliedern des RTRS zählen Monsanto und Syngenta ebenso wie die großen Agrarmultis ADM und Cargill, die Ölkonzerne Shell und BP sowie die Lebensmittelkonzerne Unilever und Nestle. Im September 2010 hat der RTRS seine Kriterien verabschiedet. Auch Gen-Soja und riesige Monokolturen sind demnach nachhaltig.

Seit mehreren Jahren fordern zahlreiche Umweltverbände den WWF auf, den RTRS zu verlassen. Ohne Erfolg. In einem Report haben sie ihre Kritik am RTRS zusammengefasst. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den gesundheitsschädigenden Wirkungen des zusammen mit Gen-Soja eingesetzten Herbizids Roundup und auf den auslegungsfähigen Regelungen zur Landnutzung. „Die Kriterien sind so schwach, dass sie es zulassen, die Sojaanbauflächen auf Kosten von Kleinbauern, Wäldern und anderen wichtigen Ökosystemen zu erweitern“, argumentiert Kirtana Chandrasekaran von Friends of the Earth International.

Der WWF verteidigt den RTRS weiterhin gegen jede Kritik. Dieser sei „ein offenes Forum, an dem alle Akteure der Soja-Produktionskette teilnehmen können, vom Kleinbauern bis zum Großkonzern. Hier ist auch Monsanto Mitglied. Eine Kooperation des WWF mit Monsanto erwächst hieraus nicht.“ Zur inhaltlichen Kritik der zahlreichen Umweltverbände am RTRS äußerte sichder WWF nicht. „Der WWF hat international hat eine klar ablehnende Meinung zu Gentechnik“, schreibt der WWF in seiner Antwort auf die Sendung.