Illegaler Gen-Raps an der Uni Graz

Die Universität im österreichischen Graz hat vermutlich ohne Genehmigung gentechnisch manipulierten Raps Tabak und Ackerschmalwand angebaut. Die Pflanzen wuchsen in einem öffentlich zugänglichen Teil des Botanischen Gartens, waren nur durch eine Kette abgetrennt und nicht gekennzeichnet. Die Universitätsleitung sprach von einem Fehler.
Öffentlich wurde der bis dahin unbekannte Versuchsanbau, nachdem ein Mitglied des Instituts für Pflanzenwissenschaften der Universität Graz Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet hatte. Der Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät, Carl Crailsheim, bestätigte gegenüber der örtlichen Kleine Zeitung den Anbau und sprach von einem „definitiven Fehler, der nicht passieren hätte sollen“.
Das Institut habe eine ministerielle Berechtigung für ein gentechnischen Labor der Sicherheitsstufe 1 aus dem Jahr 2002 gehabt. In einem solchen Labor dürfen Forschungen durchgeführt werden, bei denen von keinem oder nur einem vernachlässigbarem Risiko für die Sicherheit auszugehen ist. Für das aktuelle Projekt – das seit eineinhalb Jahren läuft – sei keine gesonderte Erlaubnis eingeholt worden, berichtet die Kleine Zeitung. Der Projektleiter sei davon ausgegangen, dass die Berechtigung auch die nunmehr angebauten Pflanzen umfasse. Nun habe der Dekan den Versuch nachträglich beim Gesundheitsministerium angemeldet. Widerspricht die Behörde nicht binnen 45 Tagen, gilt er als genehmigt.