Aigner hält Glyphosat für sicher

Die Bundestagfraktion von Bündnis90/Die Grünen hat die Bundesregierung in einer kleinen Anfrage mit den aktuellen Erkenntnissen über die Giftigkeit des Herbizidwirkstoffs Glyphosat konfrontiert. Aus der Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums wird deutlich, dass die Behörde keinen Anlass zu vorsorglichem Handeln sieht.
So heißt es in der Antwort der Bundesregierung: „Unter Berücksichtigung aller vorliegenden Daten ist deshalb anzunehmen, dass der Wirkstoff Glyphosat keine für den Menschen relevanten entwicklungsschädigenden Eigenschaften besitzt. Diese Einschätzung wurde im gemeinschaftlichen Bewertungsverfahren der EU für Glyphosat von den anderen europäischen Mitgliedstaaten bestätigt und wird auch weiterhin von den europäischen sowie von außereuropäischen Bewertungsbehörden (z. B. U.S. EPA) und internationalen Organisationen (z. B. WHO) geteilt.“ Aufgrund dieser Einschätzung hat das Bundeslandwirtschaftministerium auch kein Problem damit, dass sich die EU bis 2015 mit einer erneuten Sicherheitsbewertung von Glyphosat Zeit lässt. Man werde alle „relevanten neuen wissenschaftlichen Studien im Rahmen der langfristig geplanten Neubewertung“ sichten und auswerten.
Lediglich in Bezug auf mögliche Schäden an Pflanzen räumt das Ministerium ein: „Insgesamt unterstreichen die neueren Forschungsergebnisse, dass unter bestimmten Randbedingungen negative Auswirkungen durch Glyphosatanwendung auftreten können. (…) Weitere Forschungsaktivitäten werden für notwendig erachtet, um langfristig eine sichere Anwendung von glyphosathaltigen Herbiziden zu gewährleisten.“
Die Antwort enthält zahlreiche Statistiken. Eine besagt, dass die Bundesländer in den letzten sieben Jahren alle zusammen weniger als 100 Futtermittelproben auf Glyphosatrückstände untersucht haben. Dabei importiert Deutschland jedes Jahr rund drei bis vier Millionen Tonnen Sojabohnen, von denen ein Großteil intensiv mit dem Herbizid besprüht wurde. In Deutschland wurden 2010 5.000 Tonnen des Wirkstoffs ausgebracht.