Bayern wirbt für Gentechnik im Futter

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) macht sich nach wie vor für genmanipulierte Pflanzen im Futtertrog stark. In einer Broschüre der LfL heißt es, eine flächendeckende gentechnikfreie Fütterung in Bayern „hätte tiefgreifende negative Folgen für die Versorgung mit Eiweißfuttern, die Ausgestaltung der Fütterung und die Wettbewerbsfähigkeit der tierischen Erzeugung in Bayern.“ Damit steht die Behörde im Gegensatz zur offiziellen Politik der Bayerischen Staatsregierung, die auf Gentechnikfreiheit setzt.

Das Umweltinstitut München hat auf die LfL-Broschüre, deren erste Auflage vom Oktober 2009 stammt, hingewiesen und den Schlingerkurs der CSU in Sachen Agro-Gentechnik kritisiert. Das Institut forderte den bayerischen Landwirtschaftsminister auf, die Bauern fair zu informieren und importierte Futtermittel endlich auf Pestizidrückstände untersuchen zu lassen. Das Ziel der Agrarpolitik sollte eine vollständige regionale Eiweißfutterversorgung sein. Derzeit importieren Bayerns Bauern rund 800.000 Tonnen Sojaschrot. Die Hälfte davon wird an Rinder verfüttert, die andere Hälfte an Schweine und Geflügel.

Ausführlich geht das Umweltinstitut auf die Argumente der LfL-Broschüre ein. Es weist darauf hin, dass gentechnikfreie Futtermittel flächendeckend und in ausreichender Menge verfügbar wären. Eine flächendeckende gentechnikfreie Fütterung würde bayerischen Landwirten einen Wettbewerbsvorteil durch besonders hohe Qualität bieten. Der Anbau von Gen-Soja sei auch nicht umweltschonend, wie das LfL behaupte, sondern zeige in den Hauptanbauländern Argentinien und Brasilien drastische soziale und ökologische Folgen.