Gentechnikfrei Einkaufen: Das Angebot wächst

Greenpeace hat die 14. Auflage seines Einkaufs-Ratgebers „Essen ohne Gentechnik“ vorgestellt. Darin zeigt sich, dass immer mehr konventionelle Molkereien und Eiererzeuger auf gentechnikfreies Futter umstellen. Die Geflügelmäster bräuchten dagegen noch etwas Nachhilfe kommentierte Greenpeace.

In seinem Ratgeber listet Greenpeace über 200 Hersteller und Handelsmarken auf, deren Produkte keine Rohstoffe enthalten, von Tieren, die mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden. Nicht alle diese Firmen loben das aus. Denn die meisten davon sind Ökobetriebe, für die der Einsatz von Agro-Gentechnik sowieso verboten ist. Der Verband Lebensmittel Ohne Gentechnik listet rund 100 Firmen auf, die das Ohne Gentechnik-Logo nutzen. Hervorgehoben werden von Greenpeace einige Molkereien wie Berchtesgadener Land oder die Molkerei Hochland, deren Käsemarke Grünländer gentechnikfrei ist. Gelobt werden auch die Joghurthersteller Bauer und Zott sowie die Firma Stolle, einer von Deutschlands größten Geflügelmästern. Umstellungsankündigungen gibt es von den Babynahrungsherstellern Milupa und Humana, von Danone und anderen Firmen. Der Discounter Lidl will laut Greenpeace ab November 2011 bundesweit nur noch Frischeier aus gentechnikfreier Fütterung anbieten, allerdings ohne Gentechnikfrei-Kennzeichnung. Netto will das bis Ende 2011 schaffen. In den Rewe- und Penny-Märkten sollen bis Jahresende 70 Prozent der Eier gentechnikfrei sein. Als Beispiele für sture Gentechnik-Fütterer nennt Greenpeace die Molkerei Müller samt der Tochter Weihenstephaner, die Marke „Du darfst“ sowie mehrere Geflügelmäster.

Die Geflügelbranche steht bei Greenpeace im Mittelpunkt der Kritik, weil sich dort noch nicht genug bewege. Zwar würden Discounter wie Aldi und Lidl auf gentechnikfrei gefüttertes Frischgeflügel setzten, aber ohne dies gegenüber den Verbrauchern auszuloben. „Andere wie Edeka, Rewe, Kaufland oder Globus sollten endlich erkennen, dass ihren Eigenmarken im Bereich Geflügel ein „Ohne Gentechnik“-Siegel genauso gut stehen würde, wie ihren Molkereiprodukten und Eiern“, heißt es im Greenpeace-Ratgeber.