Schweizer bleiben skeptisch

Genmanipulierte Pflanzen können nicht bedenkenlos freigegeben werden. Zu diesem Schluss kommt die Eidgenössischen Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich (EKAH). Die Schweizer Experten plädierten in ihrem Gutachten einstimmig dafür, konsequent das Vorsorgeprinzip anzuwenden, um Freisetzungsversuche und kommerziellen Anbau zu beurteilen. Über eine Fortsetzung des 2013 auslaufenden Anbaumoratoriums machten sie keine Aussagen.

Vorsorge ist nach Ansicht der Ethikexperten nur bei einem schrittweisen Vorgehen möglich. „Jeder Schritt darf erst dann und nur soweit gegangen werden, wenn bzw. wie man über ausreichendes Wissen über Schadensszenarien und deren Eintrittswahrscheinlichkeit verfügt, um beurteilen zu können, ob die Risiken für diesen nächsten Schritt (für Dritte) akzeptabel sind“, heißt es in dem Gutachten. Darin wird auch eine unabhängige Risikoforschung und ein effektives Monitoring verlangt. Koexistenzregeln müssten so ausgelegt werden, dass eine gentechnikfreie Produktion garantiert geschützt werde. Daraus entstehende zusätzliche Kosten für die Produktion seien den Produzenten von GV-Pflanzen aufzuerlegen, „da die Schutzpflichten höher gewichtet werden als die Interessen der GV-Produzenten, denen auch ein Verzicht auf die GV-Produktion zugemutet werden kann.“

Die Kommission schrieb auch, dass eine kleine Minderheit ihrer Mitglieder davon ausgehe, „dass die Auswirkungen eines gentechnischen Eingriffs auf die Pflanze und ihre Umwelt heute und aufgrund der Komplexität des Zusammenspiels aller Faktoren auch in ferner Zukunft nicht überblickbar sind. Die Risiken können deshalb nicht abgeschätzt werden, weshalb aus grundsätzlichen Überlegungen auf die Freisetzung bis auf Weiteres verzichtet werden muss.“